Lage und Landschaft
Der Würzburger Stein liegt nördlich des historischen Zentrums von Würzburg in der fränkischen Weinbauregion Bayerns. Die zusammenhängende Weinbergslage erstreckt sich in einer schalenförmigen Kurve am Main über etwa 85 Hektar. Der VDP führt davon 37 Hektar als klassifizierte Fläche.
Standort und Böden
Die nach Süden bis Westen ausgerichteten Hänge liegen auf etwa 190 bis 280 Metern Höhe und weisen Neigungen von 20 bis 75 Prozent auf. Der Main wirkt als Wärmespeicher, während die nahe Stadt Würzburg zu einem eigenen Mikroklima beiträgt. Der Standort ist von hoher Sonneneinstrahlung und einer konkaven Geländeform geprägt. Geologisch basiert er auf Mittlerem Muschelkalk mit einer Auflage aus Oberem Muschelkalk; die Böden werden als sandiger Lehm mit mittlerer bis großer Tiefe beschrieben.
Rebsorten und Weine
Für die klassifizierte Lage nennt der VDP Silvaner, Riesling, Weißburgunder, Spätburgunder, Grauburgunder, Rieslaner, Traminer, Blaufränkisch und Chardonnay. Die geschützte Bezeichnung Würzburger Stein-Berg ist auf Silvaner, Riesling und Weißen Burgunder beschränkt. Die darunter erzeugten trockenen weißen Qualitätsweine werden durch Tiefe, Körper, eingebundene Säure, sortentypische Frucht und eine mit dem Muschelkalk verbundene Mineralität charakterisiert.
Geschichte und Weinrecht
Der Weinbau am Würzburger Stein ist seit etwa 779 dokumentiert. Der Zisterzienserabt Alberich Degen pflanzte dort 1665 Silvaner. Im Keller des Bürgerspitals zum Heiligen Geist in Würzburg ist ein Steinwein des Jahrgangs 1540 erhalten. Würzburger Stein ist als VDP.ERSTE LAGE eingestuft. Die Bezeichnung Würzburger Stein-Berg besitzt den Schutz einer Ursprungsbezeichnung; ihr geschütztes Gebiet umfasst ausschließlich eingetragene Parzellen innerhalb der Weinbergslage. Der Höchstertrag ist auf 50 Hektoliter je Hektar festgelegt.