Lage und Einordnung
Die St. Laurenzikapelle ist eine Einzellage in Gau-Algesheim im Bereich Bingen und in der Großlage Abtey von Rheinhessen. Sie liegt unmittelbar unterhalb der St.-Laurenzi-Kapelle am Laurenziberg, zwischen Appenheim, Dromersheim und Ockenheim. Das Weinlagenverzeichnis Rheinland-Pfalz führt die Lage unter der Nummer 710108 mit 41,8 Hektar bestockter Rebfläche.
Relief und Böden
Die nach Süden ausgerichtete Lage befindet sich auf etwa 200 Metern Höhe. Im unteren Bereich liegt ein leicht nach Süden geneigter Hang mit einem amphitheaterartigen Abschnitt, in dem sich im Sommer Wärme sammelt und eine hohe Traubenreife begünstigt. Weitere Teilbereiche weisen mittlere bis steile Südhänge auf.
Der geologische Untergrund besteht aus Kalkstein, darüber liegen Tonmergel und toniger Lösslehm. Beschrieben sind flach bis mittelgründige, steinige sandige Lehm-Rendzina sowie tiefgründige, tonige Schlufflehme aus Löss. In einzelnen Parzellen kommen tertiärer Kalkmergel und Terra Fusca aus Mergel und Kalkstein vor.
Rebsorten und Klassifikation
Riesling ist die für die VDP-Klassifikation angegebene Rebsorte. Der VDP ordnet die St. Laurenzikapelle als VDP.ERSTE LAGE® mit einer klassifizierten Fläche von 13,00 Hektar ein. Für die Rieslinge der Lage wird ein feinstrukturiertes, säurebetontes Profil beschrieben. In einzelnen Parzellen werden außerdem Silvaner und Scheurebe angebaut; dokumentiert sind dabei 40 Jahre alte Silvanerreben sowie Scheurebereben mit einem Alter von mehr als 48 Jahren.
Namensgeschichte
Namensgebend ist die Wallfahrtskirche St. Laurentius auf dem Laurenziberg. Der heutige barocke Bau entstand im frühen 18. Jahrhundert auf den Grundmauern einer älteren, traditionell in das späte 6. oder frühe 7. Jahrhundert datierten iroschottischen Kapelle. Die Siedlung und ihre Weinberge wurden nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg wiederaufgebaut beziehungsweise instand gesetzt; entsprechende Arbeiten sind ab 1649 dokumentiert.