Lage und Einordnung
Der Sonnenhang ist eine amtlich ausgewiesene Einzellage im Katasterbezirk Ober-Ingelheim von Ingelheim am Rhein. Die Lage gehört zur Teilregion Bingen und zur Großlage Kaiserpfalz in Rheinhessen und umfasst etwa 88 Hektar.
Ausrichtung und Böden
Die Weinberge ziehen sich an den Hängen des Mainzer Bergs von Ober-Ingelheim in Richtung Groß-Winternheim nahe dem Selztal entlang. Sie fallen west-südwestlich zum Selztal ab und weisen dadurch eine günstige Sonneneinstrahlung auf. Dokumentiert sind tiefgründige, kalkhaltige Lehmböden aus Löss über Pararendzina sowie flach- bis mittelgründige, sehr kalkhaltige und steinige Rendzina-Böden über Kalkstein.
Geologischer Charakter
Die Lössböden verfügen über eine hohe pflanzenverfügbare Wasserspeicherung. Die Kalkstein-Rendzina ist dagegen durch eine begrenzte Wasserspeicherung geprägt. Der Kalkstein steht mit tertiären Meeresablagerungen eines Kalkalgenriffs in Verbindung; in den Böden wurden versteinerte Korallen und Schnecken dokumentiert.
Rebsorten und Entwicklung
Im Sonnenhang werden unter anderem Grauburgunder, Spätburgunder, Chardonnay, Riesling, Portugieser und Dornfelder angebaut. Die Löss- und Pararendzina-Bereiche werden mit fruchtigen, vergleichsweise schlanken und erfrischenden Weinen mit milder Säure verbunden, während die Kalkstein- und Rendzina-Bereiche mineralische, kreidige und strukturierte Weine mit ausgewogener Säure hervorbringen. Die heutige Lagenbezeichnung entstand 1972 durch die Zusammenlegung der früheren Weinberge Unft, Füllkeller, Haun und Auf der Platte.