Lage und Einordnung
Die Seehalde ist eine benannte Weinbergslage in Nonnenhorn am bayerischen Ufer des Bodensees. Sie befindet sich in einer ehemaligen Uferzone direkt am See. Weinrechtlich ist sie als Einzellage im Bereich Bayerischer Bodensee, in der Großlage Seegarten, innerhalb des bestimmten Anbaugebiets Württemberg eingetragen.
Klima und Böden
Die Lage gehört zu einem kühl geprägten Weinbaugebiet und wird unmittelbar vom Bodensee beeinflusst. Die milden Bedingungen unterstützen eine langsame Traubenreife. Der Untergrund weist einen sehr hohen Anteil an Kies und Steinen, Karbonatsande sowie dokumentierte Süßwassermuschelablagerungen auf. Die weiteren Böden in Nonnenhorn bestehen aus eiszeitlich geprägten Mischungen aus Sand, Kies und Lehm.
Rebsorten und Weinstile
Aus der Seehalde sind Chardonnay, Spätburgunder und Weißburgunder dokumentiert. Zu den belegten Weinen zählen trockener Chardonnay und trockener Spätburgunder. Ein Seehalde-Chardonnay wird als mineralisch, präzise und strukturiert beschrieben, ein Seehalde-Spätburgunder als frisch, konzentriert und tanninbetont.
Ausbau
Bei einem dokumentierten Seehalde-Chardonnay werden die Trauben ganzbeerig gepresst, spontan vergoren und 16 bis 18 Monate auf der Vollhefe in einem 600-Liter-Gebinde sowie in Barriques ausgebaut. Die Abfüllung erfolgt unfiltriert. Beim dokumentierten Seehalde-Spätburgunder umfasst die Gärung einen hohen Anteil ganzer Trauben; anschließend reift der Wein 18 Monate ausschließlich in neuen französischen Barriques und wird unfiltriert abgefüllt.
Historische Bezeichnung
Ein archiviertes Weinetikett aus dem Jahr 1986 trägt die Bezeichnung „Nonnenhorner Seehalde Müller-Thurgau Qualitätswein“.