Lage und Landschaft
Der Schloßberg liegt auf dem alten Burgberg oberhalb von Castell in der Weinbauregion Franken. Die steilen, nach Süden und Westen ausgerichteten Hänge fallen von etwa 390 auf 300 Meter über dem Meeresspiegel ab und weisen Neigungen von ungefähr 40 bis 70 Prozent auf. Das VDP-Lagenprofil nennt eine westliche Ausrichtung, 340 bis 370 Meter Höhe und eine durchschnittliche Hangneigung von 50 Prozent.
Klima und Boden
Ein Waldgürtel schützt die Lage im Norden und Osten; der südliche Bereich ist zusätzlich durch eine beckenartige Senke abgeschirmt. Langer Abendsonnenschein und günstige Westwinde prägen das Mikroklima der südlichen und westlichen Steigerwaldvorhänge. Die Reben wachsen auf skelettreichem Gipskeupermergel mit blaugrauen Tonschichten, hohem Gipsanteil und Alabaster. Die dünne, humusreiche Oberbodenschicht begünstigt das Eindringen der Wurzeln in das darunterliegende Gestein.
Rebsorten und Einordnung
Silvaner und Riesling sind die wichtigsten Rebsorten der Lage; Riesling wird besonders mit dem geschützten Beckenbereich verbunden. Im VDP-Profil sind Silvaner, Riesling und Spätburgunder als klassifizierte Rebsorten aufgeführt. Der Schloßberg umfasst etwa fünf Hektar, davon 1,51 Hektar in der Klassifikation als VDP.GROSSE LAGE. Die Lage ist ein Monopol der Fürstlich Castell’schen Domäne.
Geschichte und Weincharakter
Der Name geht auf den historischen Burgplatz der Grafen zu Castell zurück. Eine Teilungsurkunde der Castell’schen Besitzungen um 1266 gilt als erste urkundliche Erwähnung der bedeutenden Castell-Lagen. Im April 1659 wurden im Schloßberg die ersten 25 in Castell dokumentierten Silvaner-Stecklinge gepflanzt. Der trockene Schloßberg-Silvaner wird als konzentriert, ausgewogen, langlebig und durch den Gipskeuper mineralisch geprägt beschrieben. Für einen dokumentierten Jahrgang 2018 werden kurze Maischestandzeit, spontane Gärung und Ausbau im Casteller Holz genannt.