Lage und Einordnung
Schelmen ist eine gesetzlich anerkannte Einzellage im Bereich Wonnegau der Großlage Sybillenstein im Anbaugebiet Rheinhessen. Sie liegt im Katasterbereich von Wahlheim. Im Ernteflächenverzeichnis 2024 sind für die Lage 57,7 Hektar bestockte Rebfläche verzeichnet.
Klima und Böden
Die Weinberge erstrecken sich nördlich von Kettenheim. Wahlheim liegt im Kühlen Grund, einem gegenüber dem Umland kühleren Becken. Zugleich ist Rheinhessen als warm und trocken dokumentiert; die Region weist rund 530 Millimeter Jahresniederschlag, etwa 1.970 Sonnenstunden und eine Vegetationsperiode von ungefähr 280 Tagen auf.
In Schelmen kommen Löss-Pararendzina und Kalkstein-Rendzina vor. Die tiefen, leichten Lehme der Lössböden speichern viel pflanzenverfügbares Wasser und sind kalkhaltig sowie gut durchwurzelbar. Die flach- bis mitteltiefen Kalksteinböden sind sehr kalkreich, steinig und sandig-lehmig, entwässern gut und erwärmen sich leicht, speichern jedoch wenig pflanzenverfügbares Wasser. Der Kalkstein stammt aus tertiären Meeresablagerungen mit kalkigen Algenriffen.
Rebsorten und Weinstil
Für die Schelmen-Parzellen in Wahlheim sind Grauburgunder, Weißburgunder, Chardonnay, Sauvignon blanc, Scheurebe und Würzer dokumentiert. Auch Spätburgunder ist für Wahlheimer Schelmen belegt; Spätburgunder und Riesling werden als spät reifende Sorten genannt, die von den wärmespeichernden, steinigen Böden profitieren.
Auf Löss-Pararendzina werden gelbfruchtige Weine mit Noten von Apfel, Pfirsich, Birne und Zitrus, moderater Säure und mittlerem Körper in einem früh zugänglichen Stil verbunden. Die Kalkstein-Rendzina wird mit Aromen von Zitrusfrüchten, Apfel, Stachelbeere, Mango und Passionsfrucht sowie ausgewogener Säure, mineralischen und kreidigen Eindrücken und Entwicklungspotenzial verknüpft.
Bewirtschaftung und Name
Ein Weinbaubetrieb aus Wahlheim dokumentiert dauerhafte Begrünung zwischen den Rebzeilen und eine an das Rebenwachstum angepasste Düngung für seine Schelmen-Parzellen. Die dort erzeugten Weiß- und Rotweine werden bis zur Abfüllung in alten Holzfässern, Edelstahltanks oder Barriques gelagert. Der Name Schelmen geht auf das mittelhochdeutsche Wort „schelme“ für Kadaver zurück und bezeichnet ein altes Richt- oder Abdeckerfeld.