Lage und Einordnung
Die Rheinhöhe ist eine gesetzlich abgegrenzte Einzellage in Ingelheim am Rhein. Sie liegt im Bereich Bingen und in der Großlage Kaiserpfalz der Weinbauregion Rheinhessen. Erfasst ist sie in den Katasterbereichen Nieder-Ingelheim und Ober-Ingelheim am Westerberg.
Topografie und Böden
Die Weinlage erstreckt sich auf etwa 90 bis 200 Metern über dem Meeresspiegel und weist eine nordöstliche bis östliche Ausrichtung auf. Dokumentiert sind kalkhaltige Flugsande aus den Eiszeiten sowie eine kalkreiche Rendzina auf tertiären Meeresablagerungen und einem kalkhaltigen Algenriff.
Der kalkhaltige Sand ist tiefgründig, gut durchlüftet und gut durchwurzelbar, speichert jedoch nur mäßig verfügbares Wasser. Die Rendzina ist flach bis mitteltief, sehr steinig und stark kalkhaltig; ihre Durchwurzelbarkeit und Wasserspeicherung sind begrenzt. Die Böden verfügen über eine gute bis mäßige Erwärmbarkeit.
Rebsorten und Weinstil
In der Rheinhöhe sind Portugieser und Spätburgunder dokumentiert. Die Lage wird eher mit Rotweinen als mit Weißweinen verbunden. Weine aus dem kalkhaltigen Sand werden als fruchtbetont, tiefgründig, mild in der Säure und dicht strukturiert beschrieben. Von der kalkreichen Rendzina stammende Weine gelten als aromatisch, mineralisch und kreidig und können sich mit der Flaschenreife weiterentwickeln.
Fläche und Geschichte
Die offiziell angegebene Weinbergsfläche beträgt 54 Hektar. Im Weinlagenverzeichnis 2024 sind unter derselben Lagennummer 45,5 Hektar in Ober-Ingelheim und weniger als 1 Hektar in Nieder-Ingelheim erfasst. Die Bezeichnung Rheinhöhe wird vermutlich auf „an der rinhelden“ zurückgeführt, das 1387 belegt ist und als Hinweis auf einen zum Rhein geneigten Hang gedeutet wird. Bei der Zusammenlegung von Weinlagennamen in Ingelheim im Jahr 1913 wurde Rheinhöhe als eine von vier Bezeichnungen am Westerberg geführt.