Lage und Einordnung
Das Naumburger Paradies liegt im Süden von Naumburg in Sachsen-Anhalt und gehört zur Weinbauregion Saale-Unstrut. Es ist als Einzellage innerhalb der Großlage Naumburger Göttersitz eingetragen. Das Register weist für die Gemarkung Naumburg eine bestockte Rebfläche von 21,2181 Hektar aus.
Topografie und Böden
Die Weinlage weist eine nahezu ausschließlich nach Süden ausgerichtete Hanglage auf. Als Boden werden tiefe Lössböden beschrieben.
Rebsorten und Versuchsanbau
Im Naumburger Paradies sind unter anderem Weißburgunder, Traminer, Müller-Thurgau, Dornfelder und Spätburgunder dokumentiert. Ein Versuch umfasste außerdem Kerner, Bacchus, Müller-Thurgau und Dornfelder. Das staatliche preußische Weinbau-Forschungsinstitut legte dort bereits nach seiner Gründung im Jahr 1899 Versuchsflächen an.
Anbau und Weine
In dokumentierten Versuchen wurden bei Dornfelder konventioneller Rebschnitt und Inversion-Minimalschnitt eingesetzt, bei Kerner, Bacchus und Müller-Thurgau Minimalschnitt in Drahtrahmenerziehung. Die Versuchsflächen wurden 2012 und 2013 auf Minimalschnitt umgestellt; 2017 und 2018 erfolgte in den entsprechenden Anlagen eine mechanische Ertragsreduzierung. Der Unterstockbereich wurde mit Herbizideinsatz und mechanischer Bearbeitung bewirtschaftet, der integrierte Pflanzenschutz durch Prognosemodelle, Bestandskontrollen und Beratungsempfehlungen unterstützt.
Ein dokumentierter Spätburgunder aus dem Jahrgang 2023 ist ein trockener deutscher Qualitätswein mit 13,0 Prozent Alkohol, 5,4 Gramm Restzucker und 5,2 Gramm Säure je Liter. Beschrieben werden Aromen von roten Früchten, dunklen Kirschen und Pflaumen sowie eine dezente Rauchnote. Weitere dokumentierte Weine sind Dornfelder, Spätburgunder sowie die Cuvées Rosé Paradies und Roter Paradies.