Lage und Einordnung
Der Höllenweg ist eine offizielle Einzellage im Qualitätsweinbaugebiet Rheinhessen, Bereich Bingen, Großlage Kaiserpfalz. Die Weinlage mit der amtlichen Nummer 710313 liegt in Ingelheim am Rhein in der Gemarkung Nieder-Ingelheim. Der Weinbau umfasst 10,3 Hektar bestockte Rebfläche.
Böden und Topografie
Die Lage befindet sich auf etwa 120 bis 135 Metern Höhe und ist nach Nordwesten ausgerichtet. Dokumentiert sind Mergel/Pararendzina sowie Sand/Rigosol. Die Mergel- und Pararendzina-Böden bestehen aus kalkhaltigen Lehmen und Sanden im Zusammenhang mit Ablagerungen des Tertiärmeers. Die Sand/Rigosol-Böden werden als kalkhaltige, in den Eiszeiten abgelagerte Flugsande beschrieben. Ihr Wärmevermögen reicht von mäßig bis gut; mit der Wärme werden dickere Beerenschalen in Verbindung gebracht.
Rebsorten und Weinstil
In dokumentierten Höllenweg-Beständen wachsen Cabernet Sauvignon, Grauburgunder, Spätburgunder und Chardonnay. Die Weine aus den Mergel- und Pararendzina-Böden werden als vollmundig und kraftvoll mit ausgewogener Säure beschrieben. Von den Sand/Rigosol-Böden stammen fruchtbetonte, dichte Weine, die eher zu Rotweinstilen tendieren. Das Lagenprofil verbindet den Höllenweg außerdem mit mineralischen burgundischen Weinen und einem nahezu salzigen Finale.
Name und Ausbau
Der Name ist für das Jahr 1355 als „ame heldewege“ dokumentiert und wird von einem mittelhochdeutschen Begriff im Zusammenhang mit „Halde“, also Hang oder Abhang, hergeleitet. Ein dokumentierter Besitz umfasst am oberen Hangende eine ein Hektar große Querterrasse. Für einen Chardonnay aus dem Höllenweg sind frühe Lese, langsames Pressen, spontane Gärung in großen Holzgefäßen, längere Hefelagerung sowie eine Abfüllung ohne Schönung und Filtration belegt.