Lage und Einordnung
Die Hölle ist eine Einzellage in Nieder-Saulheim, einer Gemeinde in Saulheim in Rheinhessen. In der Weinbauhierarchie gehört sie zum Anbaugebiet Rheinhessen, zum Bereich Nierstein und zur Großlage Domherr.
Klima und Gelände
Die nach Süden ausgerichtete, ansteigende Lage befindet sich an der Westseite von Saulheim zwischen zwei Hügelketten. Die Weinberge liegen auf etwa 150 bis 225 Metern Höhe. Durch die geschützte Topografie erwärmt sich die Hölle rasch; erwärmte Luft wird nur begrenzt durch Wind abgeführt, wodurch ein warmes Tal-Mikroklima entsteht.
Böden und Geschichte
Die Böden bestehen aus kalkhaltigem Mergel und fruchtbarem Löss, im Untergrund liegt Kalkstein. Beschrieben sind außerdem kalkhaltiger Ton, von Eisenoxiden geprägter Mergel, Kalksteinschotter und Meeressand aus tertiären Meeresablagerungen. Die Bezeichnung ist seit der Mitte des 15. Jahrhunderts als „uff helden“ und seit dem Ende des 17. Jahrhunderts als „zu höllen“ belegt. Eine Saulheimer Ortschronik hob 1963 Weine aus der historischen Lage „Zu Höllen“ unter den bemerkenswerten Weinen von Nieder-Saulheim hervor.
Rebsorten und Weinstile
In der Hölle sind Riesling und Spätburgunder dokumentiert. Hölle-Rieslinge werden trocken mit ausgeprägter Mineralität, präziser Säure, konzentrierter Frucht und salzigem Charakter beschrieben. Ein dokumentierter Spätburgunder zeigt sich mineralisch, frisch und strukturiert mit roter Frucht. Daneben ist eine fruchtsüße Riesling-Spätlese aus sehr später, selektiver Lese und mit natürlicher Restsüße belegt.
Bewirtschaftung und Ausbau
Die Weinberge von Thörle sind seit August 2019 ökologisch zertifiziert; die dokumentierten Hölle-Weine dieses Betriebs stammen aus ökologisch angebauten Trauben. Für einen Hölle-Spätburgunder ist Handlese belegt. Ein Riesling wurde mit natürlichen Weinbergshefen vergoren und acht Monate auf der Vollhefe ausgebaut, teils im traditionellen Holzfass und teils im Edelstahl. Der Spätburgunder reifte rund 18 Monate in französischen Barriques.