Lage · Rheinhessen

Herrgottspfad

Lage und Einordnung

Der Herrgottspfad ist eine Einzellage im Katastergebiet von Gau-Odernheim. Sie gehört zur Großlage Petersberg und zur Nierstein-Unterregion in Rheinhessen; im Weinlagenregister des Landes Rheinland-Pfalz ist sie entsprechend geführt.

Topografie und Boden

Die Weinberge liegen an einem steilen Weg, der von Gau-Odernheim zum 246 Meter hohen Petersberg ansteigt. Der Boden besteht aus tiefgründigem, kalkreichem Ton beziehungsweise Mergel-Pelosol aus tonigen Ablagerungen des Tertiärmeeres. Er ist nährstoffreich und stark kalkhaltig, weist einen hohen Anteil quellfähiger Tone sowie eine begrenzte Wasser- und Luftdurchlässigkeit auf. Das erschwert die Durchwurzelung und sorgt für eine mäßige Erwärmungsfähigkeit.

Rebsorten und Weinstil

Für den Herrgottspfad ist Riesling dokumentiert. Die dortigen Rieslinge werden als vollmundig und mit hohem Reifepotenzial beschrieben. Für einen separat erzeugten Wein aus einer kleinen, eigenständig bewirtschafteten Parzelle ist außerdem Weißburgunder, auch Pinot Blanc genannt, belegt. Dieser trockene Weißwein wird als vollmundig, dicht und reich mit moderater Säure und cremiger Textur beschrieben.

Geschichte und Bewirtschaftung

Der Name der Lage wird auf Prozessionen zurückgeführt, die seit Jahrhunderten an kirchlichen Feiertagen zum Gipfel des Petersbergs führen. Dort stand früher eine dreischiffige Basilika mit einer Krypta aus dem zehnten Jahrhundert; Überreste der Krypta wurden ab 1947 gefunden. Für die dokumentierte Parzelle sind alte Reben, Humusmanagement, manuelle Ausdünnung der Trauben, manuelle Laubarbeit und Handlese angegeben. Der Weißburgunder wurde spontan in gebrauchten Barriques vergoren, einer Bâtonnage unterzogen und bis zu zwölf Monate auf der Hefe belassen.

Anbaugebiet
Rheinhessen

Ausgewählte Weine

Wein aus dem Anbaugebiet Rheinhessen