Lage und Ausrichtung
Goldkaul ist eine individuell benannte Weinbergslage in Dernau in der Weinbauregion Ahr. Die Lage befindet sich in einem kleinen Seitental oberhalb von Dernau und reicht von etwa 125 bis 260 Metern über dem Meeresspiegel. Ihre Ausrichtung reicht von Süd bis West; 85 Prozent gelten als steil, 10 Prozent als geneigt und 5 Prozent als flach.
Klima und Böden
Goldkaul erhält Sonne, sobald sich der Morgennebel aufgelöst hat, bis in den späten Tagesverlauf; Teile der Lage sind teilweise beschattet. Die Böden bestehen aus leichten bis mittelschweren Schieferverwitterungsböden mit Bereichen aus Grauwacke und Hang- beziehungsweise Schwemmlöss. In flacheren Abschnitten nahe der Ahr liegt sandiger Lehm über Kies. Besonders steile Parzellen werden größtenteils von Hand bearbeitet.
Parzellen und Rebsorten
Die Lage ist nicht flurbereinigt und umfasst daher sehr kleine Parzellen verschiedener Besitzungen. Neben größeren Brachflächen sind alte Weinbergspfade erhalten; steile Bereiche wurden ab 2001 wieder neu bepflanzt. Eine lokale Beschreibung führt innerhalb der ausgewiesenen 50 Hektar 14 Hektar Spätburgunder, 3 Hektar Riesling sowie jeweils 1 Hektar Acolon, Portugieser und Regent auf. Eine dokumentierte Parzelle aus dem Jahr 2022 war mit dem kompakten Spätburgunder-Klon 777 bestockt; die Reben wurden damals mit einem Alter von 14 Jahren angegeben.
Weinstil und Namensgeschichte
Die Lage wird mit duftenden, kraftvollen bis vollmundigen Weinen verbunden. Auf von Grauwacke verwitterten Böden wird der vollere Stil besonders hervorgehoben; außerdem werden die Weine als mineralisch, dicht und ausdrucksstark beschrieben, in ihrer Jugend mit Zurückhaltung. Der Name Goldkaul wird lokal als Hinweis auf eine Goldgrube erklärt, wobei „Kaul“ für Grube steht. Gemeint ist auch der süd-südwestlich ausgerichtete Bereich, der als eigentliche Goldgrube bezeichnet wird.
Dokumentierter Ausbau
Für eine dokumentierte Goldkaul-Parzelle des Jahrgangs 2022 wurden die ganzen Trauben eine Woche unter Kohlendioxid und einer Abdeckung gelagert, anschließend entrappt und vergoren. Die Gärung erfolgte spontan in kleinen Gefäßen. Danach reifte der Wein neun Monate in kleinen Holzfässern und wurde im September 2023 ungefiltert, ungeschönt und nur leicht geschwefelt abgefüllt.