Landschaft und Klima
Das Piemont in Italien gliedert sich in einen äußeren Gebirgsgürtel aus Westalpen und Apennin, eine innere Ebene sowie die Hügellandschaften von Monferrato und Langhe. Die wichtigsten Weinlandschaften im Süden liegen zwischen dem Po und den Ligurischen Apenninen. Die Alpen schützen die Region vor nordwestlichen Luftströmungen; die Piemonte-DOC-Spezifikation beschreibt das Piemont als den niederschlagsärmsten Teil Norditaliens.
Böden und Weinbau
Im alpinen Bereich dominieren magmatische und metamorphe Gesteine. In den Apenninen und Hügellandschaften kommen Sedimentgesteine wie Mergel, Sandstein und Kalkstein vor, während jüngere Ablagerungen der Ebenen aus unverfestigten Sanden und Kiesen bestehen. Die Weinlandschaft Langhe-Roero-Monferrato ist durch bewirtschaftete, sanft gerundete Hügel geprägt.
Zu den historisch bedeutenden regionalen Rebsorten zählen unter anderem Arneis, Cortese, Erbaluce, Favorita, Moscato Bianco, Barbera, Bonarda, Brachetto, Dolcetto, Freisa und Grignolino. Die regionale Weinordnung umfasst 19 DOCG- und 41 DOC-Weine; mehr als 80 Prozent der Weinproduktion sind einer Herkunftsbezeichnung zugeordnet.
Barbaresco
Das Anbaugebiet von Barbaresco nordöstlich von Alba ist vor allem mit Torton-Formationen aus geschichteten Mergeln und Sanden verbunden. Weißgraue Mergel bilden dort niedrige, abgerundete Hügel. Für Barbaresco DOCG sind ausschließlich Nebbiolo-Trauben zugelassen; die Weinberge müssen an Hängen liegen. Talböden, feuchte, flache oder nicht ausreichend besonnte Lagen, Nordhänge und Standorte über 550 Meter sind ausgeschlossen.
Neu eingetragene oder wiederbepflanzte Weinberge müssen mindestens 3.500 Rebstöcke je Hektar aufweisen. Vorgeschrieben ist die traditionelle Erziehung am Drahtrahmen mit Guyot-Schnitt; Zwangsmaßnahmen sind nicht erlaubt.
Weinstile und Reifung
Die Piemonte DOC umfasst Weiß-, Rot- und Roséweine sowie Schaumweine, Perlweine, Passito-Weine und sortenbezogene Ausprägungen. Bei sortenreinen Weinen müssen mindestens 85 Prozent der angegebenen Rebsorte verwendet werden; Piemonte Moscato und Piemonte Moscato passito erfordern 100 Prozent Moscato Bianco.
Barbaresco DOCG muss in der festgelegten Erzeugungszone vinifiziert und ausgebaut werden. Die Mindestreifezeit beträgt 26 Monate, davon mindestens neun Monate im Holz; für Barbaresco Riserva gelten 50 Monate, ebenfalls mit mindestens neun Monaten im Holz. Bei der Freigabe wird der Wein als granatrot, trocken, voll und harmonisch beschrieben.