Lage und Geschichte
Walluf liegt direkt am Rhein und wird von der Gemeinde als Tor zum Rheingau beschrieben. Die heutige Gemeinde entstand 1971 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Niederwalluf und Oberwalluf. Erstmals ist Walluf 770 als „Villa Waltaffa“ belegt; eine Schenkung von Weinbergen an das Kloster Lorsch aus dem Jahr 779 verweist auf die frühe Weinbaugeschichte.
Weinbau in Walluf
Im Gemeindegebiet sind rund 70 Hektar Rebfläche bepflanzt. Die Flächen verteilen sich auf Berg-Bildstock mit 18,9 Hektar, Gottesacker mit 4,5 Hektar, Oberberg mit 8,2 Hektar, Vitusberg mit 11,1 Hektar und Walkenberg mit 18,5 Hektar. Der Rheingau ist als Anbaugebiet für Qualitätswein und Prädikatswein gesetzlich bestimmt.
Lagen und Standortbedingungen
Berg-Bildstock und Oberberg sind süd-südostausgerichtet. Berg-Bildstock weist Lehm bis tiefen Lösslehm auf; seine Weine gelten als voll und kraftvoll, mit ausgeprägter Säure und Reifepotenzial. Gottesacker ist durch tiefen Lösslehm und Löss mit guter Wasserversorgung geprägt. Die Bezeichnung steht im Zusammenhang mit dem ehemaligen Rodekloster, das 1151 gegründet wurde, oder dessen Friedhof und Siedlung.
Weinstil der Wallufer Lagen
Oberberg bringt mittelgewichtige Weine mit markanter Säure hervor, deren volles Aromenspiel sich nach der Reife entwickelt. Der Vitusberg ist zu 85 Prozent mit Riesling bepflanzt; seine Weine werden als mittelkräftig bis kraftvoll, fein säurebetont und lagerfähig beschrieben. Walkenberg besitzt Lehm bis tiefen Lösslehm über kiesigem Untergrund. Die Hanglage schützt die Reben vor kalten Taunuswinden, während der nahe Rhein zum Weinbauklima beiträgt. Seine Weine sind voll und reich mit Frucht- und Gewürznoten sowie ausgeprägter Säure; für die vollständige Entwicklung können ein bis zwei Jahre Reife erforderlich sein.