Lage und Landschaft
Mülheim an der Mosel ist eine Weinbaugemeinde in der Mittelmosel. Der Ort liegt zwischen Weinbergen, Wäldern, Wiesen und zwei Bächen und gehört zum gesetzlich definierten Weinbaugebiet Mosel für Qualitätswein und Prädikatswein.
Weinlagen und Geschichte
Der Helenenkloster liegt an einem Hügel am Ortsrand mit Blick über das Moseltal. Die südwestlich ausgerichtete, sanft ansteigende Lage weist tiefgründigen Schieferboden mit hohem Lehm- und Feinerdeanteil auf. Sie entstand im Zusammenhang mit einem mittelalterlichen, der heiligen Helena gewidmeten Kloster, dessen Fundamente teilweise unter dem Weinberg erhalten sind.
Der Elisenberg geht auf einen Weinberg zurück, den Franz Ludwig Niessen nach dem Erhalt von Land im Jahr 1813 anlegte und Louisenweinberg nannte. Später setzte sich der Name Elisenberg durch. Mülheim wurde erstmals 564 erwähnt, als der merowingische König Childebert das Gebiet einschließlich Wein und Bewohnern dem Bischof von Verdun übertrug.
Sonnenlay und Riesling
Der Mülheimer Sonnenlay ist eine steile Einzellage mit west-südwestlicher bis südwestlicher Ausrichtung. Ihr Boden wird als Schiefer und Lehmmergel beschrieben; der Name verweist auf Sonne und Schiefer. Für die Lagen Elisenberg, Helenenkloster und Sonnenlay ist Riesling dokumentiert. Vom Helenenkloster sind unter anderem Riesling-Eiswein und Beerenauslese belegt, vom Sonnenlay Riesling Qualitätswein und Riesling Kabinett feinherb.
Zeppelin-Wein und Ausbau
Wein aus dem Mülheimer Sonnenlay wurde während der ersten Weltfahrt des Luftschiffs Graf Zeppelin an Bord geführt, die am 7. August 1929 begann. Ein dokumentierter Sonnenlay-Riesling wurde aus handgelesenen Trauben hergestellt, die Ende September und Anfang Oktober geerntet wurden. Nach sechsstündiger Maischestandzeit und schonender Pressung vergärte der Wein temperaturkontrolliert mit natürlichen Hefen in traditionellen alten Fuderholzfässern.