Lage und Terroir
Mertesdorf liegt in einem Seitental der Mosel und ist von Weinbergen umgeben. Das enge Tal verbindet heiße Tage mit kühlen bis kalten Nächten; aus den umliegenden Hängen strömt nachts kalte Luft ab. Die Weinberge liegen teils an steilen Hängen über dem Tal, besonders steil sind die Lagen Felslay und Mäuerchen. Die dokumentierten Böden bestehen aus Schiefer mit Quarzitlagen und einer dünnen oberen Erdschicht über dem Fels.
Weinbau und Rebsorten
In Mertesdorf werden auf rund 65 Hektar Weinberge bewirtschaftet. Als offiziell anerkannte Einzellagen sind Abtsberg, Bruderberg, Felslay, Herrenberg und Mäuerchen innerhalb des Qualitätsweinbaugebiets Mosel eingetragen. Die Pflanzungen umfassen vor allem Riesling; außerdem sind Spätburgunder, Müller-Thurgau, Weißburgunder, Dornfelder und Elbling dokumentiert. Für Abtsberg, Bruderberg und Herrenberg werden Riesling, Pinot Noir und Pinot Blanc genannt.
Weinstil
Der Riesling aus Mertesdorf wird mit feiner Fruchtsäure charakterisiert. Dokumentiert sind trockene Rieslinge mit Mineralität und Würze sowie restsüßere Rieslinge mit Frucht und Frische. Im Weinbau werden zwischen den Rebzeilen natürliche Wildkräuter erhalten; die Weine des mit Abtsberg, Bruderberg und Herrenberg verbundenen Betriebs vergären spontan.
Geschichtlicher Bezug
Mertesdorf ist erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 893 namentlich belegt, die mit der Abtei St. Maximin verbunden ist. Das mit den Mertesdorfer Weinbergen verbundene Gut Grünhaus wurde 966 als Besitz der Abtei St. Maximin bestätigt. Eine Vermessung aus dem Jahr 1720 verzeichnete dort 151.935 Rebstöcke.