Lage und Weinbaugebiet
Großvargula liegt an der oberen Unstrut und am geografischen Beginn des Weinbaugebiets Saale-Unstrut. Nach etwa 60 Kilometern Flusslauf passiert die Unstrut den Hopfenberg in der Gemeinde.
Der Hopfenberg
Die Einzellage Großvargulaer Hopfenberg umfasst 0,7350 Hektar bestockte Rebfläche (Stand: 31. Dezember 2024). Sie liegt an einem nach Süden ausgerichteten Hang oberhalb des Unstruttals. Der Standort ist auf Kalkstein dokumentiert; das Profil umfasst unter anderem Skelettlösslehm über Buntsandstein und Muschelkalk sowie Bereiche mit Röt, Geschiebemergel und Lösslehm.
Die Nähe zur Unstrut und Talnebel beeinflussen die Reben besonders in trockenen Sommern. Die hohe Feuchtigkeit im Tal stand während der nassen Saison 2018 mit Mehltau in Zusammenhang.
Geschichte und Bewirtschaftung
Der Weinbau in Großvargula ist seit etwa 1300 belegt. Historisch umfassten die Weinberge rund 25 Hektar; kirchliche Einrichtungen und die Stadt Erfurt besaßen Flächen im Ort. Im Zuge der Flurbereinigung im 19. Jahrhundert verschwanden die Weinberge, während Flurnamen an die frühere Tradition erinnern. Nach dem Zweiten Weltkrieg belebte Karl Simon Schwarz den Weinbau wieder. Der Hopfenberg wurde Ende der 1990er Jahre reaktiviert und im Frühjahr 2001 neu bepflanzt.
Seit der Neubepflanzung steht dort die Rebsorte Regent. Die Reben werden von Februar bis März geschnitten, Jungpflanzen von Hand bewässert und ohne Bewässerungsanlage gepflegt. Früchte werden selektiv entfernt; die Ernte erfolgt manuell durch örtliche Helfer und Projektmitarbeiter.
Weine
Aus Regent entsteht ein trockener Rotwein, der unter dem Namen „Mons Lupi“ beziehungsweise „mons lupi“ vermarktet wird. Aus dem Jahrgang 2017 wurde unter dem Einfluss von Mehltau und Kirschessigfliege ein Rosé erzeugt. Die Trauben werden in Bad Sulza verarbeitet und abgefüllt; als Abfüller wird Andreas Klaus genannt.