Lage an der Mosel
Graach ist eine Weinbaugemeinde an der Mittelmosel, rund zwei Kilometer moselabwärts von Bernkastel. Die Gemeinde gehört zur Weinregion Mosel. Etwa 90 Prozent der Weinbergsfläche liegen an Steilhängen, rund 95 Prozent sind mit Riesling bepflanzt.
Weinlagen und Einordnung
Im amtlichen Weinlagenverzeichnis 2024 ist Graach dem Anbaugebiet Mosel, dem Bereich Bernkastel und der Großlage Münzlay zugeordnet. Als Einzellagen der Gemarkung sind Abtsberg, Domprobst, Himmelreich und Josephshöfer verzeichnet. Für Abtsberg sind 1,9 Hektar, für Domprobst 17,5 Hektar und für Himmelreich 58,4 Hektar eingetragen.
Steillagen und Böden
Das Graacher Himmelreich liegt auf etwa 110 bis 260 Metern Höhe und weist Hangneigungen von ungefähr 45 bis 65 Prozent auf. Die zur Mosel ausgerichtete Lage ist durch das Tal windgeschützt; die reflektierende Wasseroberfläche und ihre Wärmespeicherfähigkeit wirken ausgleichend auf das Frostrisiko. Der Boden besteht aus leicht erwärmendem blauem und grauem Schiefer. Der südexponierte Josephshöfer reicht von etwa 110 bis 165 Metern Höhe bei einer Hangneigung von 44 Prozent. Seine tiefen, verwitterten Devon-Schieferböden besitzen eine gute Wasserspeicherfähigkeit. Im Himmelreich werden teilweise noch Reben in traditioneller Einzelpfahlerziehung kultiviert.
Geschichte und Weinstile
Graach wurde im Jahr 975 erstmals als „Gracha“ erwähnt. Das dabei genannte Gut gilt als Vorläufer des heutigen Josephshofs; die Gemeinde beschreibt eine nahezu 2.000-jährige Weinbautradition. Der Name Josephshöfer geht auf das frühere Klostergut und die heutige Siedlung Josephshof zurück, als Weinberg ist die Lage um 1100 als Klosterweinberg belegt. Für den Riesling aus Graach sind trockene VDP.GROSSE-GEWÄCHS-Weine und fruchtig-süße Prädikatsweine vom Josephshöfer dokumentiert. Weine aus dem Domprobst werden als würziger und wilder, Weine aus dem Himmelreich als fruchtiger und gefälliger charakterisiert.