Weinbau in Rheinhessen
Bodenheim ist eine Weinbaugemeinde in Rheinhessen. Die Weinlagen gehören zur Unterregion Nierstein und zur Großlage Sankt Alban. Der Weinbau ist seit der Römerzeit dokumentiert; als frühe urkundliche Erwähnung gilt die Schenkung eines Weinbergs im Bodenheimer Raum an das Kloster Fulda im Jahr 754.
Lagen und Böden
Der Bodenheimer Hoch liegt als Hochplateau nahe Mainz und weist bis zu 35 Prozent steile Hänge auf. Der nach Osten ausgerichtete Burgweg befindet sich auf etwa 90 bis 140 Metern Höhe und hat eine Hangneigung von 10 bis 25 Prozent. Seine Böden bestehen aus eiszeitlichem Löss und sandigem Lehm. Auch der Ebersberg ist nach Osten ausgerichtet und liegt auf etwa 110 bis 130 Metern Höhe; dort prägen Löss und Pararendzina den Boden.
Im Heitersbrünnchen kommen Löss- und Pararendzina-Böden sowie kalkhaltige Kalkstein- und Rendzina-Böden vor. Der Silberberg ist durch Mergel und Pararendzina aus kalkreichen Lehmen und Sanden tertiärer Meeresablagerungen gekennzeichnet. Diese Bodenverhältnisse finden sich auch im südexponierten Reichsritterstift auf etwa 110 Metern Höhe.
Rebsorten und Weinstile
Für den Hoch sind Riesling, Weißburgunder und Spätburgunder sowie weitere neuere rote Rebsorten dokumentiert. Im Burgweg wachsen unter anderem Spätburgunder, Riesling, Silvaner und Scheurebe. Der Mönchspfad ist mit verschiedenen Rebsorten bepflanzt, darunter Silvaner.
Die Weine des Burgwegs werden mit gelben Früchten, Apfel, Pfirsich, Birne und Zitrus sowie moderater Struktur und milder Säure verbunden. Der Silberberg steht für dichte, vollmundige Weine mit ausgewogener Säure und ausgeprägter Frucht; bei Weißweinen werden Mango, Honigmelone und Aprikose genannt. Kühling Gillot bewirtschaftet am steilen Fuß des Burgwegs etwa 50 Jahre alte Spätburgunder-Reben für kraftvolle, fruchtbetonte Weine mit ausgeprägter Fülle.
Geschichtliche Bezüge
Der Burgweg ist seit 1364 als „Uf dem Burgwege“ belegt; die heutige Bezeichnung wird möglicherweise auf einen Schreibfehler für „Bergwege“ zurückgeführt. Der Mönchspfad erinnert an Flächen des Mainzer Klosters St. Alban, das 1802 aufgelöst wurde. Das Reichsritterstift erhielt seinen Namen durch die Umwandlung des Klosters in ein reichsritterliches Stift im Jahr 1490. Nach der in den 1960er-Jahren begonnenen Flurbereinigung wurden die Weinberge zunehmend mit einzelnen Rebsorten bepflanzt und für die mechanisierte Bewirtschaftung angepasst.