Lage und Geschichte
Guldental ist eine Gemeinde in der Nahe und liegt im Guldenbachtal. Zum Gemeindegebiet gehören die Gemarkungen Heddesheim und Waldhilbersheim. Die Gemeinde entstand am 7. Juni 1969 durch den Zusammenschluss der zuvor selbstständigen Gemeinden Heddesheim und Waldhilbersheim. Heddesheim ist seit 1163, Waldhilbersheim seit etwa 1200 belegt; der Weinbau ist in der Gegend bereits im Mittelalter urkundlich dokumentiert.
Weinberge und Böden
Entlang des Guldenbachs erstrecken sich auf der Südseite Weinbergslagen über rund sechs Kilometer. Guldental verfügt über etwa 377 Hektar Rebfläche. Der Guldentaler Sonnenberg ist eine steile Lage mit bis zu 60 Prozent Hangneigung, rotem Sandstein, Felsklippen und ehemaligen Steinbrüchen. Der Guldentaler Hipperich ist nach Süd-Südwesten ausgerichtet und weist bis zu 40 Prozent Neigung auf, während der Guldentaler Rosenteich als geneigte Lage in der Talsohle auf etwa 140 bis 170 Metern Höhe liegt.
Klima und Geologie
Das Nahe-Schutzgebiet mit Guldental weist eine durchschnittliche jährliche Tagestemperatur von 9,3 °C, eine Durchschnittstemperatur der Vegetationsperiode von 13,8 °C und rund 580 Millimeter Jahresniederschlag auf. Etwa 60 Prozent des Niederschlags fallen während der Vegetationsperiode. Rote Sandsteinböden sind in Guldental weit verbreitet. Sie bestehen meist aus kalkhaltigem sandigem Lehm über verwittertem, klüftigem Gestein, haben eine geringe bis mittlere Durchwurzelungstiefe, ausreichende Wasserspeicherung und eine gute Erwärmbarkeit. Zum geologischen Spektrum der Nahe gehören unter anderem Gesteine des Rotliegenden, Sandstein, Schiefer, Quarzit, vulkanische Gesteine, fluviatile und küstennahe Sande sowie marine Mergel.
Rebsorten und Weinausbau
Im Sonnenberg sind Riesling, Spätburgunder und Weißburgunder dokumentiert. Im mittleren Abschnitt des Hipperichs wachsen Grauburgunder und Chardonnay, im Rosenteich Kerner, Scheurebe und Müller-Thurgau. Die Rebsortenauswahl wird an die jeweilige Struktur und die Bodeneigenschaften der einzelnen Lagen angepasst. Weiß- und Roséweine werden in modernen Edelstahltanks ausgebaut, Rotweine in traditionellen Holzfässern. Die roten Sandsteinböden werden mit Rieslingen verbunden, die Aromen von gelbem Apfel, reifer Birne und Zitrus, eine lebhafte Säure, eine vergleichsweise schlanke Struktur, einen mineralischen Nachhall und gute Reifefähigkeit entwickeln können. Für Weine mit geschützten Nahe-Bezeichnungen wie Qualitätswein, Prädikatswein, Qualitätsperlwein b.A. und Sekt b.A. gelten amtliche Prüfungen und eine amtliche Prüfungsnummer auf dem Etikett.