Lage und Weinbaugebiet
Groß-Umstadt ist das Zentrum der Odenwälder Weininsel und des Bereichs Umstadt im Weinbaugebiet Hessische Bergstraße. Rechtlich gehört die Stadt zum deutschen Qualitätsweinanbaugebiet Hessische Bergstraße und zum Bereich Umstadt. Dieser Bereich umfasst etwa 15 Prozent der Rebfläche der Hessischen Bergstraße.
Klima, Böden und Weinlagen
Der Odenwald schützt die Hessische Bergstraße vor rauen Nord- und Ostwinden. Ein früher Frühling, eine lange Vegetationsperiode, durchschnittlich etwa 12 °C Jahrestemperatur, mehr als 1.700 Sonnenstunden und rund 690 Millimeter Jahresniederschlag prägen die Region. Das Gemeindegebiet gehört zur kristallinen Zone des Odenwalds und weist unter anderem Löss, Lehm und Schluff sowie lokal lössbürtige Böden auf.
Die drei wichtigsten Groß-Umstädter Lagen liegen an unterschiedlichen Positionen: Der Stachelberg befindet sich nördlich, der Steingerück nordöstlich und der Herrnberg östlich bis südöstlich des Ortszentrums. Ihre dokumentierten Flächen umfassen etwa 18,2 Hektar am Stachelberg, 13,6 Hektar am Steingerück und 28,8 Hektar am Herrnberg. Herrnberg und Steingerück liegen in Groß-Umstadt und Heubach, der Stachelberg im Stadtteil Klein-Umstadt.
Rebsorten und Weinstil
In Groß-Umstadt werden unter anderem Müller-Thurgau, Riesling, Silvaner, Kerner, Bacchus, Scheurebe, Dornfelder, Portugieser, Ehrenfelser, Chardonnay, Spätburgunder, Grauburgunder, Weißburgunder und Gewürztraminer angebaut. Für Steingerück und Herrnberg sind Müller-Thurgau und Silvaner dokumentiert, für den Stachelberg Riesling, Silvaner und Müller-Thurgau. Die Weine aus Müller-Thurgau und Silvaner von Steingerück und Herrnberg werden stilistisch mit Weinen aus Franken verglichen.
Geschichte und Entwicklung
Der Weinbau in Groß-Umstadt ist seit dem Jahr 775 belegt. Ein römischer Traubenstein wird zudem als Hinweis auf einen möglicherweise früheren Weinbau dokumentiert. Eine abgeschlossene Flurbereinigung am Herrnberg sicherte und erweiterte den Weinbau, verbesserte Erschließung und Wasserführung und setzte bei den Zufahrtswegen Rasengittersteine zur Verringerung der Bodenversiegelung ein. Neu geordnete Rebflächen wurden dort unter anderem mit pilzwiderstandsfähigen roten Sorten wie Regent bepflanzt.