Lage und Einordnung
Die Würzlay ist eine gesetzlich eingetragene Einzellage in der Gemeinde Lehmen in der Weinbauregion Mosel und im Bereich Burg Cochem. Sie erstreckt sich über mehr als zwei Kilometer entlang der Mosel vom südlichen Ortsrand Lehmens in Richtung des Naturschutzgebiets Ausoniusstein bei Kattenes. Das Weinlagenverzeichnis 2024 führt im Lehmener Gemarkungsbezirk 4,8 Hektar bestockte Rebfläche unter der Weinlagennummer 440526.
Terrassen und Naturraum
Die Würzlay ist überwiegend als terrassierte Steillage ausgeprägt, mit dokumentierten Neigungen von bis zu 70 bis 80 Prozent. Zur historischen Weinbaulandschaft gehören Terrassen, natürliche Felsformationen, Trockenmauern und steinerne Weinbergsstufen. Die südostexponierten Hänge erhalten Morgen- und Mittagssonne; Schieferterrassen und Felsen speichern Wärme und prägen ein lokal günstiges Weinbauklima.
Geologie und Bewirtschaftung
Das devonische Ausgangsgestein besteht aus Quarzit-Sandstein, Siltstein und Tonschiefer, die räumlich eng miteinander verbunden vorkommen. Daraus entstanden Quarzit- und Schieferverwitterungsböden mit unterschiedlichen Eigenschaften und einem meist hohen Anteil grober Gesteinsbestandteile; historische Beschreibungen nennen zudem Grauwacke-Verwitterungsmaterial. Für die Würzlay sind Einzelpfahlerziehung und Drahterziehung dokumentiert.
Historie und Weine
Die Würzlay zählt zu den historischen Weinbaulandschaften der Mosel. Ihr Name leitet sich vom mittelhochdeutschen Begriff für einen Kräutergarten ab. Im Abschnitt Razejungewingert gibt es 14 Terrassenstufen mit historischen Trockenmauern und Steintreppen. Ausgewählte ehemalige Weinbergsterrassen werden mit Lavendel und wärmeliebenden Kräutern gepflegt, um einer Verbuschung entgegenzuwirken. In den Würzlay-Parzellen der genannten Weingüter ist Riesling dokumentiert. Die daraus angebotenen Rieslingweine reichen von trocken über feinherb bis süß und umfassen Kabinett, Spätlese und Auslese.