Lage und Einordnung
Der Schloßberg ist eine offiziell registrierte Einzellage im Bereich Bernkastel der Mosel und gehört zur Großlage Schwarzlay. Die Weinlage liegt im Ortsteil Trarbach von Traben-Trarbach auf der Moselseite des Höhenzugs unterhalb der Grevenburg. Ihre registrierte Fläche beträgt 8,8 Hektar; der offizielle Weinlagencode lautet 410941.
Topografie und Klima
Die überwiegend südostwärts ausgerichteten Steillagen fallen nach Süden zum Schottbachtal und zur Mosel ab. In dokumentierten Parzellen reichen die Ausrichtungen von Südwest bis Südost, bei einer Neigung von etwa 30 bis 60 Prozent und Höhenlagen von rund 160 bis 230 Metern. Die starke Sonneneinstrahlung wird durch den bewaldeten nördlichen Höhenzug ergänzt, der den Einfluss kalter Luft aus dem Hunsrück mindert.
Geologie und Weinbaulandschaft
Das Grundgestein besteht aus devonischem Schiefer, der vor ungefähr 400 Millionen Jahren entstand. Der Schiefer spaltet sich in dünne Platten und tritt in grauen, braunen sowie örtlich dunkleren verwitterten Formen auf. Trockenmauern und Entlastungsbögen überbrücken offenes Gestein, vergrößern die bewirtschaftbare, mit Boden bedeckte Fläche und unterstützen die Regulierung des Hangwassers. Historische Entwässerungsrinnen und quer verlaufende Rillen bremsen den Abfluss bei Starkregen.
Geschichte und Weine
Der Schloßberg ist auf preußischen Weinbergkarten des späten 19. Jahrhunderts dokumentiert; seine Wertschätzung als Lage wird bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück beschrieben. Die historischen Trockenmauern und Entlastungsbögen sind etwa 150 Jahre alt. In den dokumentierten Parzellen von Böcking stehen ungefähr 90 Prozent Riesling und 10 Prozent Spätburgunder. Der dort ausgebaute Schloßberg-Riesling wird als feinfruchtig, mineralisch und filigran beschrieben und je nach Wein trocken bis feinherb ausgebaut. Für einen Schloßberg-Riesling Kabinett feinherb ist der Jahrgang 2022 dokumentiert.