Lage und Terroir
Schloß Proschwitz ist eine als VDP.GROSSE LAGE klassifizierte Weinbergslage im sächsischen Anbaugebiet oberhalb des markanten Elbtalhangs bei Meißen-Proschwitz. Die Teilbereiche Proschwitz, Rottewitz und Zadel umfassen klassifizierte Flächen von 2,51, 3,37 beziehungsweise 3,00 Hektar. Die süd- bis süd-südwestlichen Ausrichtungen und das kontinentale Klima mit vielen Sonnenstunden begünstigen die Erwärmung der Weinbergsböden.
Böden und Gelände
Die Weinberge liegen je nach Teilbereich etwa 107 bis 176 Meter über dem Meeresspiegel. Die Hänge weisen rund 10 Prozent in Proschwitz, bis zu 45 Prozent in Rottewitz und etwa 30 Prozent in Zadel auf. Die Böden bestehen vor allem aus Löss oder Lösslehm über rotem Granit und Syenit; die Lössauflage kann bis zu sechs Meter mächtig sein. Ein Bodenprofil weist zudem auf einen aus umgelagertem kiesführendem Kolluvialsand über einer erodierten, lössbürtigen Pararendzina entstandenen Kolluvisol hin.
Rebsorten und Weinbereitung
Im Teilbereich Proschwitz stehen Weißer Burgunder, Grauer Burgunder und Spätburgunder, in Rottewitz Spätburgunder, Weißer Burgunder und Frühburgunder. Zadel ist mit Riesling bestockt. Das Weingut beschreibt die Weine als fruchtelegant und mineralisch mit burgundischem Rebsortenfokus. Es entstehen weiße und rote Weine, darunter VDP.GROSSES GEWÄCHS aus Riesling, Weißburgunder, Grauburgunder und Spätburgunder.
Bewirtschaftung und Geschichte
Die Rebflächen werden seit Mitte 2024 zertifiziert ökologisch bewirtschaftet. Zur Arbeit im Weinberg gehören Handlese, händische Nachsortierung und, sofern es die Qualität der Lage erlaubt, moderne Lesetechnik; außerdem werden die Erträge begrenzt. Im Keller setzt das Weingut auf schonende Sedimentation, präzise kühle Vergärung, natürliche Filtermaterialien und den Ausbau in traditionellen Stückfässern mit 1.200 Litern. Rotweine werden klassisch maischevergoren und nach mindestens 30 Monaten Reife freigegeben. Weinbau an den Proschwitzer Hängen ist seit mehr als 850 Jahren belegt. Nach der Enteignung und Vertreibung der Familie im Jahr 1945 kaufte Georg Prinz zur Lippe 1990 Weinbergsflächen zurück und baute das Weingut wieder auf; seit 1996 ist Schloß Proschwitz Mitglied im VDP.