Lage und Einordnung
Schloß Gutenburg ist eine Einzellage im Weinbaugebiet Nahe und gehört zur Großlage Pfarrgarten in der Gemeinde Gutenberg. Das Weinbergsareal liegt im Gräfenbachtal, einem Seitental der Nahe, zwischen Roxheim und Wallhausen. Im offiziellen Weinlagenverzeichnis ist Schloß Gutenburg als Einzellage 510208 im Pfarrgarten sowie in der Gemarkung Gutenberg geführt.
Relief und Böden
Die Weinberge stehen im Zusammenhang mit der Burgruine Gutenburg auf einem markanten Bergsporn oberhalb von Gutenberg. Teile der Parzellen weisen eine Hangneigung von bis zu 50 Grad auf. Die Böden bestehen aus deutlich rötlichem, sandigem und kiesigem Lehm.
Klima und Bewirtschaftung
Der nahe Soonwald schützt vor starken Niederschlägen und kalten Winden. Nach Angaben des Betreibers ist die Vegetationsperiode ein bis zwei Monate länger als im Hunsrück. Die rund zwei Hektar Rebfläche mit einem durchschnittlichen Rebalter von etwa 30 Jahren werden in den steilen Parzellen vollständig von Hand bewirtschaftet. Dabei werden die Erträge bewusst begrenzt und die Weinberge naturorientiert gepflegt. Wildkräuter, Blumen und Gräser werden eingesät; Lehm und ausgewählte Pflanzenextrakte sollen die Vitalität der Reben unterstützen und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf ein Minimum reduzieren.
Rebsorten und Weine
Dokumentiert sind Blauer Portugieser aus dem Jahr 1979, Spätburgunder aus dem Jahr 1986, Scheurebe aus dem Jahr 1978 sowie Riesling aus den Jahren 1953 und 1975. Der Betreiber beschreibt die Weine der Lage als zart bis floral. Ein dokumentierter trockener Schloss Gutenburg Riesling des Jahrgangs 2022 wird als mineralisch mit Mirabellen- und Aprikosenfrucht sowie einem anhaltenden salin-ätherischen Abgang beschrieben; er weist 7,1 g/l Säure, 6,3 g/l Restzucker und 12,5 Volumenprozent Alkohol auf. Ein dokumentierter Edition Gutenburg Riesling wird in Akazienbarriques ausgebaut. Der heutige Betreiber erwarb die Burgruine Gutenburg 2015 zusammen mit zwei Hektar Rebfläche und erzeugt daraus Schloss-Gutenburg-Weine.