Lage und Einordnung
Der Rüberberger Domherrenberg ist eine rechtlich eingetragene Einzellage im Mosel-Anbaugebiet, Bereich Burg Cochem und Großlage Goldbäumchen. Die Lage erstreckt sich über die Gemeinden Briedern, Ellenz-Poltersdorf und Senheim. Sie liegt Briedern gegenüber auf der Moselseite von Ellenz-Poltersdorf.
Topografie und Böden
Die 18,6 Hektar große Lage ist als terrassierter Steilhang mit mehr als 60 Prozent Neigung ausgebildet. Der nach innen geschwungene Hang ist von Süden bis Südosten ausgerichtet. Intensive Sonneneinstrahlung prägt die dokumentierten Standortbedingungen; der terrassierte Steilhang bildet dabei einen teilweise geschlossenen Bereich. Die Böden bestehen aus flach- bis mittelgründigem verwittertem Schiefer und Grauwacke. In Poltersdorfer Parzellen ist zudem Rotschiefer dokumentiert.
Rebsorte und Bewirtschaftung
Der Weinberg ist ausschließlich mit Riesling bepflanzt. Nach einer Flurbereinigung Ende der 1990er-Jahre wurden moderne Weinbergsbahnen installiert und zuvor aufgegebene Rebflächen wieder mit Riesling bestockt. Für die genannten Parzellen sind terrassierter Anbau, eine Monorail-Anlage und Querterrassen-Drahtrahmen dokumentiert; die Reben wurden dort 1967, 1996 und 2006 gepflanzt.
Name und Geschichte
Die Bezeichnung Rüberberg wird versuchsweise auf einen lateinischen Begriff für Eiche zurückgeführt. Domherrenberg deutet demnach auf früheren kirchlichen Besitz hin. 1970 wurde der Name von Domherrenberg zu Rüberberger Domherrenberg erweitert, um ihn von anderen Mosel-Weinlagen mit der Bezeichnung Domherrenberg zu unterscheiden.
Dokumentierter Wein
Ein für 2012 dokumentierter Lagenwein aus dem Poltersdorfer Rüberberger Domherrenberg war ein feinherber Riesling mit 24,6 Gramm Restzucker je Liter und 12,0 Volumenprozent Alkohol. Die Trauben wurden nach dem Antrocknen selektiv gelesen, zwölf Stunden auf der Maische belassen, schonend gepresst und bei höchstens 15 °C im temperaturgesteuerten Edelstahltank vergoren. Bis zur Filtration Mitte März blieb der Wein auf der Vollhefe.