Lage und Topografie
Der Pfarrwingert liegt direkt hinter Dernau in der Ahr. Die Einzellage gehört zur Großlage Klosterberg. Der konvexe Hang umfasst etwa 13,8 Hektar und ist nach Südost, Süd und Südwest ausgerichtet. Die Höhenlage reicht von rund 125 bis 220 Metern über dem Meeresspiegel, die Hangneigung von 15 bis 60 Prozent; der obere Bereich ist sehr steil.
Böden und Mikroklima
Die Böden bestehen aus körnigem Grauwacke, verwittertem Schiefer, Tonschiefer und Lehm. Die lokale Grauwacke wird als körniges klastisches Sediment mit in eine sandsteinartige Struktur eingebundenen Schieferfragmenten beschrieben. Das umgebende Gelände schützt die unteren Bereiche vor kalten Winden, während sich die Böden leicht erwärmen und zu einem warmen Weinbergsmikroklima beitragen.
Einordnung und Bewirtschaftung
Der Name verweist auf den früheren Besitz durch die katholische Pfarrkirche von Dernau, die weiterhin einzelne Parzellen besitzt. Für den Pfarrwingert werden Spätburgunder und Frühburgunder als klassifizierte Rebsorten genannt. H.J. Kreuzberg und Meyer-Näkel bewirtschaften Flächen in der Lage. Im VDP ist der Pfarrwingert als VDP.GROSSE LAGE eingestuft.
Dokumentierter Spätburgunder
Meyer-Näkel beschreibt den Pfarrwingert-Spätburgunder als duftig mit dezenter Frucht, feiner Würze und ausgeprägter Mineralität; der dokumentierte Jahrgang 2023 ist trocken. Für diesen Wein werden alte Reben, nachhaltige Weinbergsarbeit, Ertragsreduzierung und sorgfältige Handlese bei etwa 30 Hektolitern je Hektar angegeben. Die Vergärung erfolgt spontan, die Maischestandzeit beträgt etwa 20 Tage. Anschließend reift der Wein 18 Monate auf der Feinhefe im Barrique, davon 30 Prozent in neuem Holz, gefolgt von sechs Monaten Flaschenreife und einer unfiltrierten Abfüllung.