Lage und Topografie
Marienburg liegt am gegenüberliegenden Moselufer von Pünderich in einer ausgeprägten Moselschleife. Die nach Süden bis Süd-Südost ausgerichtete Weinbergslage erstreckt sich von etwa 98 bis 198 Metern Höhe und weist Steigungen von 50 bis 80 Prozent auf. Durch den engen Verlauf der Flussschleifen fällt der Hang auf seiner nördlichen Seite ebenfalls zur Mosel ab.
Klima und Böden
Die Moselschleife sorgt auf kurzen Distanzen für wechselnde Mikroklimata, da sich Exposition, Wind und Sonneneinstrahlung unterscheiden. Die steile Lage erhält intensive Sonneneinstrahlung und erwärmt sich in den Sommermonaten deutlich. Der geschützte Bereich Falkenlay begünstigt eine hohe Traubenreife.
Marienburg umfasst verwitterten grauen, blauen und roten Schiefer, wobei sich die einzelnen Bereiche geologisch deutlich unterscheiden. Im Rothenpfad liegt ein Band aus rotem Schiefer, während im Fahrlay blauer Schiefer mit hohem, tief eindringendem Steinanteil vorherrscht. Der tiefgründigere Falkenlay ist von grauem Schiefer geprägt; die Felsterrasse enthält helleren grauen Schiefer mit eisenhaltigen Schichten und ist weniger verwittert als benachbarte Bereiche.
Bewirtschaftung und Weine
Die vom VDP klassifizierte Fläche beträgt 17,93 Hektar. Der Mosel-Weinberg ist als VDP.GROSSE LAGE® eingestuft; als Rebsorte ist Riesling angegeben. Der steile, nicht über Straßen erreichbare Rothenpfad wird ohne Maschinen und bei Clemens Busch von Hand bewirtschaftet. Für den Marienburg Rothenpfad Grosses Gewächs werden Trauben mindestens 80 Jahre alter Reben verwendet, die an traditionellen Einzelpfählen erzogen sind. Für das Grosse Gewächs kommen gesunde, vollreife Trauben aus der Lage zum Einsatz.
Die Weine werden mit jugendlichen Fruchtaromen, weicher Fülle sowie späteren Noten von Mokka und Kaffee verbunden. Ihr Profil wird als elegant und fein beschrieben und weist Reifepotenzial auf. Aus dem geschützten Falkenlay entstehen außerdem süße Auslese- und Beerenausleseweine aus botrytisselektierten Trauben.
Geschichtlicher Ursprung
Der Name Marienburg geht auf das Augustinerinnenkloster zurück, das früher auf dem Höhenrücken oberhalb der Lage stand. Eine Kirche auf dem Petersberg, der heute mit Marienburg verbunden wird, ist erstmals 1127 erwähnt. Das Kloster Marienburg wurde 1142 gegründet und 1515 aufgelöst.