Lage und Landschaft
Die Mainleite ist ein historischer Weinberg und eine Kulturlandschaft am Main zwischen Schweinfurt und Mainberg in der Naturregion Fränkische Platten. Sie liegt am Übergang vom Hesselbacher Waldland zum Schweinfurter Becken. Der etwa 2,7 Kilometer lange und bis zu 200 Meter breite Hang wird im Norden vom Hainwald und im Süden vom Main begrenzt.
Relief, Klima und Gestein
Das Weinbaugebiet nimmt einen steilen, nach Süden ausgerichteten Prallhang des Mains mit annähernd amphitheatralischer Form ein. Das Umfeld ist durch ein mild-warmkontinentales Klima mit warmen Sommern und milden Wintern geprägt; das Schweinfurter Becken gilt als vergleichsweise trocken. Der Hang besteht überwiegend aus Oberem Muschelkalk, während am Oberhang Schichten des Unteren Keupers vorkommen. Die Verwitterung des Kalkgesteins bildet kalkhaltige Verwitterungslehme mit hoher Basensättigung und allgemein guter Nährstoffverfügbarkeit.
Weinbau und Geschichte
Weinbau ist an der Mainleite bereits im frühen 14. Jahrhundert belegt. Der Name erscheint im ersten Drittel dieses Jahrhunderts als Flurname in Deutschordensaufzeichnungen. 1323 erhielt Graf Berthold von Henneberg-Schleusingen Weinberge an der Mainleite als Lehen des Bistums Eichstätt; 1338 verkaufte Graf Heinrich XI. dort drei Weinbergsparzellen an Graf Berthold X. von Henneberg. Der Mainberger Abschnitt war Teil eines größeren Weinbaugebiets entlang des Hangs.
Historische Anlagen
Der Weinbau war früher an den steilen südöstlichen und südlichen Hängen verbreitet. Die meisten ehemaligen Parzellen sind heute überwachsen, kleine Reste bestehen jedoch fort. Weinbergsmauern sind seit dem 16. Jahrhundert dokumentiert. An der Mainberger Straße wurden historische Mauern aus Kalk- und Sandstein zwischen 1826 und 1829 errichtet; sie enthalten Nischen und Treppen. Mauern und Treppen dienten zudem der Erschließung und der Wasserableitung. Ein 1905 gegründeter Weinbauverein mit Mitgliedern aus Schweinfurt und Mainberg organisierte gemeinsame Beschaffungen, Regelungen zu Schließ- und Leseterminen sowie technische Informationsveranstaltungen.