Lage und Einordnung
Der fränkische Weinberg Landsknecht ist den Volkachern Ortsteilen Obervolkach und Rimbach zugeordnet. Die Weinberge bei Rimbach tragen keine eigene Lagenbezeichnung und gehören zum Obervolkacher Landsknecht. Oberhalb von Obervolkach erstreckt sich die Lage nördlich bis östlich zwischen Wiesen, Bächen und Wald; der Rimbacher Abschnitt liegt nahe dem Dorf. Obervolkacher Landsknecht umfasst etwa 80 Hektar, der Rimbacher Weinbaubereich etwa 10 Hektar. Die Lage gehört zur Qualitätsweinregion Franken, zum Bereich Volkacher Mainschleife und zur Großlage Kirchberg.
Böden und Klima
Im Obervolkacher Teil kommen Oberer Muschelkalk, Keuper und Schilfsandstein vor. Der Schilfsandstein bildet eine Übergangsschicht zwischen Muschelkalk und Keuper. Das dokumentierte Rimbacher Alte-Satz-Grundstück besteht überwiegend aus Lettenkeuper mit Oberem Muschelkalk; in etwa einem Meter Tiefe liegen Steinschichten. Es weist eine südwestliche Ausrichtung und ein Gefälle von etwa zehn Prozent auf. Das Klima im Rimbacher Abschnitt ist kontinental mit maritimen Einflüssen, einer mittleren Jahrestemperatur von etwa 9 °C und rund 580 mm Jahresniederschlag. Wegen der offenen südwestlichen Lage besteht dort ein Risiko für Winter- und Frühjahrsfröste.
Rebsorten und Geschichte
Für den Obervolkacher Landsknecht sind vor allem Müller-Thurgau und Silvaner bekannt. Der Rimbacher Alte Satz ist mit mindestens zehn alten Sorten und mehreren neueren Kreuzungen gemischt bepflanzt, darunter Weißer Elbling, Grüner und Blauer Silvaner, Gewürztraminer, Gelber Traminer, Riesling, Weißer und Roter Gutedel, Gelber Muskateller, Aligoté, Weißburgunder, Spätburgunder, Müller-Thurgau, Kerner und Ortega. Der daraus erzeugte Wein ist als Gemischter Satz dokumentiert. In Obervolkach ist Weinbau seit 906 belegt; der Rimbacher Alte Satz besteht seit 1835 und blieb nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft mindestens vier Generationen in derselben Familie.
Bewirtschaftung des Alten Satzes
Das Rimbacher Alte-Satz-Grundstück wurde 1952 von kurzen Querzeilen auf 15 Längszeilen mit einfacher Drahtrahmenerziehung umgestellt. 1970 wurde jede zweite Zeile entfernt und eine moderne Drahterziehung eingerichtet; seither bestehen acht Zeilen mit etwa zwei Metern Zeilenabstand. Die Bewirtschaftung umfasst eine extensive Bodenbearbeitung und zeitweise natürliche Begrünung zur Verringerung der Erosion. Als Dünger werden Stroh, Kompost und Dünger eingesetzt, früher waren Mist und Trester üblich. Nach dem Auftreten der Reblaus wurden die heutigen Pflanzungen auf reblausresistenten Unterlagen angelegt; der Alte Satz gehört zu den Weinbergen, die die Verluste nach dem Ersten Weltkrieg überstanden.