Lage und Geologie
Kloster Disibodenberg ist eine Weinlage in Odernheim am Glan in der Weinbauregion Nahe. Sie liegt am Disibodenberg oberhalb der Klosterruine und am Zusammentreffen von Nahe und Glan. Die angrenzende Flussaue wirkt sich ausgleichend auf das Klima der Weinlage aus.
Topografie und Bewirtschaftung
Die große, steile Weinlage ist überwiegend nach Süden ausgerichtet. Ihr Boden besteht aus Tonschiefer. Die Fläche umfasst etwa 10 Hektar und befindet sich nach Angaben des heutigen Betreibers nahezu vollständig in dessen Besitz; rund 2 Hektar waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung neu bepflanzt.
Rebsorten und Weine
Riesling ist die wichtigste Rebsorte und prägt Kloster Disibodenberg als klassische Rieslinglage. Die Weine werden sowohl trocken als auch in edelsüßen Stilrichtungen ausgebaut. Im Jahr 2008 wurden fünf erhaltene Rebstöcke der Weißen Orleans entdeckt, die verwildert nahe einer Mauer gewachsen waren und möglicherweise zu den ältesten Reben Deutschlands zählen.
Geschichte
Historische Belege weisen auf einen kontinuierlichen Weinbau am Südhang seit mindestens dem 11. Jahrhundert hin; auch mögliche römische Rebreste werden berichtet. Das Kloster wurde 1108 in ein Benediktinerkloster umgewandelt, 1112 trat Hildegard von Bingen dort ein. Bewohnt blieb der Ort bis zur Auflösung des Klosters im Jahr 1559. Das 1811 errichtete Kelterhaus im mittleren Teil der Lage ist ein Wahrzeichen des heutigen Weinguts.