Lage und Bezeichnungen
Der Name Günterslay bezeichnet Weinbergslagen in Piesport und Minheim. Unterschieden werden der Piesporter Günterslay und der Minheimer Günterslay. Der Piesporter Günterslay zählt zu den neun benannten Einzellagen der Gemeinde und umfasst etwa 27,4 Hektar. Er liegt oberhalb des Piesporter Goldtröpfchens in sehr steiler Süd- bis Südwestlage. Der Minheimer Günterslay gehört zur Sammellage Michelsberg; für die steile Lage werden Hänge von bis zu 70 Prozent dokumentiert.
Klima und Böden
Der höher gelegene Piesporter Günterslay weist ein kühleres Mikroklima als tiefer gelegene Lagen auf. Der umgebende Wald bietet Windschutz und wird mit der Wasserverfügbarkeit der Lage in Verbindung gebracht. Der Minheimer Günterslay liegt auf einer nach Süden ausgerichteten Moselinsel mit vergleichsweise kühlen Sommern und milden Wintern.
Der Piesporter Günterslay ist von devonischem Schiefer mit Quarzitadern geprägt; beschrieben werden auch blaugrauer Schiefer und Schiefer-Quarzit-Gestein. Im Minheimer Günterslay dominiert Schiefer. Der Bestandteil „Lay“ wird als alte Bezeichnung für Schiefer erklärt.
Rebsorten und Weinstile
Aus dem Piesporter Günterslay sind Rieslinge als Kabinett und feinherb sowie trockener Spätburgunder dokumentiert. Für den Minheimer Günterslay sind trockene und feinherbe Rieslinge sowie trockene Weine aus Cabernet Sauvignon belegt.
Bewirtschaftung und Ausbau
Für Cabernet Sauvignon aus dem Minheimer Günterslay werden Kordonerziehung, manuelle Laubarbeit, eine selektive Reduzierung zu großer Trauben und selektive Handlese bei voller Reife dokumentiert. Der Ausbau umfasst spontane Gärung, verlängerten Maischekontakt, schonende Pressung, biologischen Säureabbau und 36 Monate Reife in französischer Eiche. Für den Piesporter Günterslay sind integrierter Weinbau, organische Düngung, niedriger Rebschnitt, sommerliche Traubenausdünnung und selektive Handlese als Betriebspraktiken belegt.