Geografie und Landschaft
Südwestfrankreich umfasst ein Weinbecken in 12 Départements der Regionen Nouvelle-Aquitaine und Okzitanien sowie im Département Cantal. Die Weinberge liegen zwischen dem Zentralmassiv im Nordosten, den Pyrenäen im Süden und dem Baskenland im Westen. Regional wird zwischen dem Haut-Pays im Einzugsgebiet der Garonne und einer Zone am Pyrenäenfuß unterschieden.
Klima und Böden
Die Pyrenäenweinberge stehen unter atlantischem Einfluss und werden durch die Nähe zu den Pyrenäen geprägt. Im zentralen Südwesten wirken der Atlantik und der zeitweise warme, trockene Autan. Die nördlichen Bereiche um Lot und Aveyron weisen ein stärker kontinentales Klima mit sommerlichen Trockenperioden auf. Weinberge liegen häufig auf Terrassen und Hängen, die Entwässerung und Exposition verbessern sowie Nebel und Dunst vermindern. Zu den dokumentierten Böden gehören tonhaltige Kalkböden, Boulbènes, Böden mit gerundeten Steinen, Tone, Fauve-Sande und aus Sandstein hervorgegangene Kalkböden.
Rebsorten und Weinstile
Im Südwesten werden rund 300 Rebsorten geführt, darunter etwa 120 regionale Sorten. Zu den wichtigen roten Reben zählen Négrette, Duras, Tannat, Cot, Prunelard, Fer Servadou, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Merlot. Bei den weißen Sorten sind Colombard, Mauzac, Gros Manseng, Petit Manseng, Loin de l’œil, Folle Blanche, Ondenc und Sauvignon Blanc von Bedeutung. Das Weinbecken erzeugt Rotweine etwa aus Malbec, Tannat, Duras, Fer Servadou, Prunelard und Négrette sowie trockene und süße Weißweine, unter anderem aus Colombard und den Manseng-Sorten.
Geschichte und Weinrecht
Die Pilgerwege nach Santiago de Compostela dienten als historische Route für die Verbreitung pyrenäischer Rebsorten im Südwesten. Seit den 1970er- und 1980er-Jahren verlagerte sich der Sektor von einer bedeutenden Erzeugung von Tafelwein und Destillationsmaterial hin zu AOC/AOP- sowie Vin-de-Pays/IGP-Weinen; damit ging eine Umstrukturierung der Rebflächen einher. Südwestfrankreich ist ein regionales Weinbecken mit mehreren geschützten Herkunftsbezeichnungen und umfasst AOC/AOP-Weine, IGP-Weine sowie Weine ohne geografische Angabe. Terrassenweinberge sind eine dokumentierte Anbauform. Für die Irouléguy-AOP gelten beispielhaft mindestens 4.000 Rebstöcke je Hektar, eigene Abstände für Terrassenparzellen, verschiedene Guyot- und Kordonerziehungen sowie eine vertikale Laubwand. Kontinuierliche Pressen sind dort untersagt; Weiß- und Roséweine müssen mindestens bis zum 1. Januar des auf die Ernte folgenden Jahres reifen.