Anbaugebiet · Deutschland

Nahe

Lage und Landschaft

Das Weinbaugebiet Nahe liegt in Rheinland-Pfalz entlang der Nahe. Es erstreckt sich von der Mündung in den Rhein nahe Bingerbrück bis in den Raum vor Kirn und umfasst außerdem die Seitentäler von Guldenbach, Gräfenbach, Glan und Alsenz. Der untere Abschnitt zwischen Bingen am Rhein und Bad Kreuznach gilt als mild und relativ trocken; die obere Nahe und die Seitentäler werden von kühler Luft aus Soonwald, Hunsrück und dem Nordpfälzer Bergland beeinflusst.

Klima und Böden

Die durchschnittliche Tagestemperatur beträgt 9,3 °C, während die mittlere Temperatur der Vegetationsperiode bei 13,8 °C liegt. Jährlich fallen durchschnittlich 580 Millimeter Niederschlag, davon etwa 60 Prozent während der Vegetationsperiode. Der Weinbau findet auf sanft welligen Hängen sowie sonnigen Steil- und Steilstlagen statt. Die Böden und Gesteine reichen von devonischen Sandsteinen, Tonschiefern, Quarziten, Grünschiefern und Phylliten bis zu Rotliegend-Gesteinen mit Latit, Andesit und Basalt sowie tertiären Sanden und Meeresmergeln.

Rebsorten und Weinstil

Das Gebiet umfasst mehr als 4.200 Hektar ertragsfähige Rebfläche. Weiße Rebsorten nehmen etwa 75 Prozent der Rebfläche ein; zu den bedeutenden Sorten zählen Riesling, Müller-Thurgau und Grauburgunder. Auch Weißer Burgunder, Ruländer, Grüner Silvaner, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Blauer Spätburgunder gehören zu den prägenden Sorten. Bei den roten Rebsorten spielen Dornfelder, Spätburgunder, Regent und Portugieser eine wichtige Rolle.

Die Weine reichen von leichten, zarten, frischen und lebhaften Ausprägungen bis zu kraftvollen, runden und komplexen süßen Weinen. Charakteristisch sind eine klare Säure und Mineralität. Riesling zeigt dabei besonders deutlich die Unterschiede zwischen den Terroirs. An der unteren Nahe stehen auch Burgundersorten und klimatisch anspruchsvolle rote Sorten im Vordergrund, während die kühlere obere Nahe spät reifenden Riesling mit ausgeprägtem Aroma und Säure hervorbringt.

Geschichte und rechtlicher Status

Eine Urkunde der Lorscher Abtei aus dem Jahr 766 erwähnt Norheim und gilt als ältester von Weinland Nahe angeführter Nachweis des Weinbaus an der Nahe. Seit 1971 ist die Nahe ein eigenständiges deutsches Weinbaugebiet; zuvor wurden ihre Weine als Rheinwein vermarktet. „Nahe“ ist ein festgelegtes deutsches Weinbaugebiet für Qualitätswein, Qualitätsschaumwein, Qualitätsperlwein und Weine mit Prädikat.

Ausgewählte Weine

Wein aus Deutschland