Lage und Landschaft
Die Weinregion Jura liegt im Revermont am westlichen Rand des Juramassivs im Osten von Frankreich. Das Weinbaugebiet bildet einen etwa 80 Kilometer langen, schmalen Streifen in Nord-Süd-Richtung an den westlichen Ausläufern des Massivs. Die Weinberge befinden sich überwiegend an Hängen und in den unteren Lagen des Vorgebirges, darunter Landschaften mit den für den Jura charakteristischen tief eingeschnittenen Tälern.
Klima und Böden
Das Klima ist semikontinental mit meist kalten Wintern, warmen und trockenen Sommern sowie möglicherweise hohen Niederschlägen im Frühjahr und Herbst. In einem östlichen Teil des Weinbaugebiets werden rund 1.100 Millimeter Jahresniederschlag und 1.700 Sonnenstunden pro Jahr verzeichnet. Die geologische Grundlage bilden vor allem jurassische Kalke, die mit Mergel wechseln; in einigen Bereichen kommen triassische Formationen hinzu. Viele Weinberge liegen auf Mergelhängen mit unterschiedlich mächtigen Lagen aus Kalksteinschutt oder Kolluvium. Typisch sind blaue, graue, rote und schwarze Mergel.
Rebsorten und Weinstile
Zu den traditionellen Hauptrebsorten zählen Chardonnay, Savagnin, Poulsard, Trousseau und Pinot Noir. Angebaut wird vor allem auf geneigten Mergel- und Kalksteinschuttlagen. Das Jura erzeugt stille Weiß-, Rot- und Roséweine, Schaumweine, Süßweine aus getrockneten Trauben, oxidative Gelbweine sowie Likör- und aufgespritete Weine.
Besondere Ausbauformen und Geschichte
Gelbwein reift mehr als sechs Jahre in nicht vollständig gefüllten Fässern unter einem Schleier aus speziellen Hefen und wird in einer 62-Zentiliter-Flasche, dem Clavelin, vermarktet. Süßwein aus getrockneten Trauben entsteht durch das Trocknen der geernteten Trauben vor der Vinifikation. Der Crémant du Jura wird als AOP-Schaumwein mit zweiter Gärung in der Flasche hergestellt. Der regionale Likörwein entsteht aus etwa zwei Dritteln frischem Traubenmost und etwa einem Drittel mindestens 14 Monate im Holz gereiftem Traubentresterbrand. Die Weintradition ist mindestens seit dem Mittelalter belegt; eine Jura-Appellation wurde 1936 als Teil des ersten französischen Appellationssystems anerkannt.