Anbaugebiet · Spanien

Castilla y León

Lage und Landschaft

Castilla y León liegt im Spanien und bildet eine leicht von Osten nach Westen geneigte Hochebene. Im Norden begrenzen das Kantabrische Gebirge, im Nordosten das Iberische Randgebirge, im Süden das Zentralsystem und im Nordwesten die Montes de León die Region. Sie liegt im Duero-Becken, das der Duero von Osten nach Westen durchquert, bevor er nach Portugal weiterfließt. Mehr als 98 Prozent der Fläche liegen über 600 Metern Höhe.

Klima und Böden

Das Klima ist mediterran-semiarid und kontinental geprägt. Es gibt lange, kalte Winter sowie kurze, warme und trockene Sommer; die Niederschläge sind begrenzt und ungleich verteilt. Spätfröste treten häufig auf. Die durchschnittlichen Höchsttemperaturen liegen bei 17 bis 18 °C, die durchschnittlichen Tiefsttemperaturen bei etwa 5 °C. Die Frostperiode dauert ungefähr 180 bis 220 Tage, meist von Oktober bis Mai, und kann insbesondere für Weinberge ein Risiko darstellen. Auf den Ebenen fallen etwa 350 bis 500 Millimeter Niederschlag, in Hochgebirgen 1.000 bis 1.500 Millimeter jährlich.

Das Becken besteht überwiegend aus miozänen Konglomeraten, Tonen, Sanden und Mergeln. Erosionsbeständige Materialien bilden örtlich die charakteristischen Páramos. Im Westen treten paläozoische Gesteine zutage; die Böden reichen von sauren humosen Cambisolen in Berg- und westlichen Hügellandschaften bis zu kalkhaltigen, steinigen, sandigen, lehmigen und alluvialen Böden.

Weinbau und Weinstile

Die wichtigsten Weinbaugebiete liegen in der Duero-Senke und in der westlichen Übergangszone. Für die IGP Castilla y León sind als weiße Rebsorten Albillo Mayor, Albillo Real, Viura (Macabeo) und Verdejo zugelassen. Zu den roten Sorten gehören Garnacha Tinta, Juan García (Mouraton), Mencía, Prieto Picudo und Tempranillo, auch unter den Bezeichnungen Tinto Fino, Tinta del País und Tinta de Toro.

Die geografische Angabe umfasst Stillwein, Likörwein, Qualitätsschaumwein, Perlwein und Wein aus überreifen Trauben. Junge Weißweine werden als frisch und fruchtig beschrieben, Roséweine als frisch mit Aromen roter Früchte und Rotweine als strukturiert und fruchtbetont. Schaumweine gelten als frisch und fein und werden von Rebsorte und Hefelagerung beeinflusst. In einigen Gebieten werden traditionelle Perlweine als Rosé ausgebaut. Beim regional dokumentierten Madreo-Verfahren gelangen ganze, gesunde Trauben in gärenden Roséwein, um Mazeration, Farbe und Aromaauszug zu verstärken und Kohlendioxid zu bewahren.

Geschichte und Regelwerk

Wein aus Toro genoss bereits im 13. Jahrhundert Bekanntheit; Weine aus dem Duero-Tal spielten im Mittelalter und in der frühen Neuzeit eine bedeutende Rolle. Die Rebflächen wurden durch die Reblauskrise im späten 19. Jahrhundert schwer beeinträchtigt. Nach dem Spanischen Bürgerkrieg gingen sie unter anderem durch Landflucht, Mechanisierung, den Anbau anderer Kulturen und die Ausweitung bewässerter Flächen weiter zurück. In den später dokumentierten Jahrzehnten konzentrierte sich der Weinbau zunehmend auf für Qualitätsproduktion geeignete Gebiete und auf regionale Sorten und geschützte Herkunftsbezeichnungen.

Das regionale Gesetz 8/2005 regelt verschiedene Herkunfts- und Qualitätsstufen. Die Produktionsfläche der IGP Castilla y León umfasst alle Gemeinden der autonomen Gemeinschaft; auch die Reifungsfläche entspricht diesem Gebiet. Der zulässige Höchstertrag beträgt 16.000 Kilogramm Trauben beziehungsweise 120 Hektoliter Wein je Hektar. Bei der Verarbeitung dürfen aus 100 Kilogramm geernteten Trauben höchstens 75 Liter Wein gewonnen werden.