Lage und Weinbauregion
Die Weinbauflächen Tübingens liegen rund um das Neckar- und Ammertal. Das Tübinger Weinbaugebiet gehört zum Qualitätsweinbaugebiet Württemberg, dort zum Bereich Oberer Neckar. Das Stadtgebiet wird durch das Neckartal, den Schönbuch, den Spitzberg-Österberg und den Rammert geprägt.
Klima und Böden
Tübingen hat innerhalb Württembergs ein vergleichsweise mildes Klima. Die höhere Lage und die Nähe zur Schwäbischen Alb sorgen jedoch für kühlere und rauere Bedingungen als im unteren Neckartal, mit weniger frostfreien Tagen und einer niedrigeren mittleren Jahrestemperatur. Im Neckartal wird die Luftbewegung durch den Talverlauf gelenkt. Die westlichen Weinberghänge liegen auf mineralreichem Mergel.
Die Lage Sonnenhalde
Die Sonnenhalde liegt im Neckartal und gilt als eine der wärmsten und steilsten Weinberglagen am westlichen Ende des Neckartals. Hangneigung, Sonneneinstrahlung und der Schutz vor Frost begünstigen dort den Weinbau. Die Weinberge im Tübinger Raum liegen überwiegend an steilen Hängen; für viele Parzellen ist Handarbeit erforderlich. Für Tübingen sind etwa ein Hektar Rebfläche verzeichnet.
Geschichte und Weinstile
Der Weinbau in Tübingen ist seit Langem belegt. Im Jahr 1624 gab es in der Stadt elf Keltern, in Lustnau vier. Historisch wurden die Weinberge terrassiert und mit Stützmauern sowie steingefassten Treppen versehen. Schillerwein war ein bedeutender örtlicher Weinstil und 1867 der vorherrschende Wein. Zu den dokumentierten Rebsorten zählen unter anderem Müller-Thurgau, Kerner, Portugieser, Schwarzriesling und Spätburgunder. Seit der Eintragung der Weinbauflächen von Tübingen, Hirschau und Unterjesingen in das Stuttgarter Weinbaukataster im Jahr 1972 wurde der Wein aus den festgelegten Bereichen unter der Bezeichnung Tübinger Sonnenhalden geführt.