Lage und Landschaft
Thüngersheim liegt im Maintal im Landkreis Würzburg in Franken. Der Main bildet die westliche Grenze des 1.106 Hektar großen Gemeindegebiets. Die Gemeinde liegt am Fuß der Muschelkalk- und Buntsandsteinhänge von Rotlauf und Etzberg. Das relativ trockene Maintal sowie sonnige, nach Süden ausgerichtete Hänge prägen die natürlichen Bedingungen. Das Gelände reicht von etwa 167 Metern am Rathaus bis auf 365 Meter über dem Meeresspiegel.
Weinbau und Weinlagen
Rund 246 Hektar des Gemeindegebiets werden für den Weinbau genutzt. Der Thüngersheimer Johannisberg umfasst eine klassifizierte Fläche von 73 Hektar, weist Südwest- bis Südostausrichtung, Höhen von 190 bis 220 Metern und Hangneigungen von 15 bis 55 Prozent auf. Der Thüngersheimer Scharlachberg umfasst 93 Hektar und liegt in Süd- bis Südwestexposition auf 190 bis 300 Metern Höhe bei 30 bis 50 Prozent Neigung. Beide Lagen sind als VDP.ERSTE LAGE® eingestuft.
Böden und Rebsorten
Die Böden des Johannisbergs bestehen aus Oberem Buntsandstein und Unterem Muschelkalk, am Scharlachberg aus Buntsandstein und Unterem Muschelkalk. Der Thüngersheimer Sattel ist eine tektonische Struktur, an der Buntsandstein die darüberliegenden Muschelkalkschichten durchschneidet. Für den Johannisberg sind Silvaner, Scheurebe, Riesling, Weißburgunder, Grauburgunder und Spätburgunder verzeichnet; am Scharlachberg werden Riesling, Silvaner und Müller-Thurgau angebaut. Als charakteristische Sorten des Weinorts gelten Silvaner, Müller-Thurgau, Riesling und Spätburgunder.
Geschichte und Weinbereitung
Thüngersheim wurde erstmals 1098 urkundlich erwähnt, die Pflanzung der ersten Reben wird für 1154 angegeben. Der Weinbauverein Thüngersheim entstand 1879. In steilen Bereichen des Johannisbergs werden die meisten Arbeiten im Weinberg von Hand ausgeführt. Die örtlichen Weinproduzenten nutzen moderne Kellertechnik; ausgewählte fränkische Qualitätsweine werden im Depot des St.-Michael-Kellers langfristig gelagert.