Weinbau in Westerhausen
Das Weingebiet liegt in Westerhausen, einem eingemeindeten Ortsteil der Stadt Thale im Harz. Westerhausen gehört seit dem 1. September 2010 zu Thale. Die Weinlage ist Teil des Anbaugebiets Saale-Unstrut.
Lage und Geologie
Der eingetragene Name der Einzellage lautet Westerhäuser Königstein. Das Weinlagenverzeichnis 2024 ordnet sie dem Bereich Mansfelder Seen zu und führt die Gemarkungen Quedlinburg und Westerhausen. Die Rebflächen liegen am Südhang des Königstein, einem etwa 189 bis 190 Meter hohen Rücken im nördlichen Harzvorland. Der Rücken verläuft von Nordwesten nach Südosten; seine Nordostflanke ist vergleichsweise steil, während die Südwestseite sanfter abfällt.
Gestein und Weinbauklima
Der Königstein besteht überwiegend aus verhärtetem Sandstein aus der Unterkreide. Das widerstandsfähige Gestein bildet einen cuestaartigen Rücken, der örtlich auch Kamelfelsen genannt wird. Der Südhang wird trotz seiner geografischen Trennung vom Schwerpunkt des Weinbaus in der Region als Weinberg bewirtschaftet. Das kontinentale Weinbauklima von Saale-Unstrut bringt warme, trockene Sommer, kalte Winter, rund 500 Millimeter Jahresniederschlag und etwa 1.600 Sonnenstunden im Jahr. Winter- und Frühjahrsfröste zählen zu den dokumentierten Gefahren für den Weinbau.
Geschichte und Bewirtschaftung
Der Weinbau am Königstein begann 1988 mit Versuchspflanzungen. 1989 entstand auf dem Gelände einer früheren Obstplantage eine rund 1.000 Quadratmeter große Rebfläche; die ersten dokumentierten Weine wurden 1991 abgefüllt. Nach der Erweiterung der Fläche und dem Aufbau von Produktionsanlagen wurde der örtliche Weinbaubetrieb 1995 hauptberuflich geführt. Dokumentiert sind die Rebsorten Riesling, Spätburgunder, Dornfelder und Cabernet Mitos. Die Bewirtschaftung umfasst bewusst niedrige Erträge und ausschließlich Handlese; im Keller werden moderne Technik und die traditionelle Reifung in Holzfässern eingesetzt.