Lage und Einordnung
Lengfurt ist ein Ortsteil von Markt Triefenstein in Bayern und Sitz der Gemeindeverwaltung. Der Ort liegt am Main; das Gemeindegebiet ist durch den Fluss in einen links- und einen rechtsmainischen Bereich geteilt. Lengfurt gehört zur Region Franken.
Weinbau mit langer Geschichte
Die älteste dokumentierte Verbindung zum Weinbau reicht bis ins Jahr 1102 zurück. Zur Erstausstattung des Klosters Triefenstein gehörten damals ein Weinberg in Lengfurt und ein Drittel des Kallmuth. Ein Register des Klosters von 1421 nennt die Weinbergslagen Oberrot und Alter Berg. 1694 waren in Lengfurt rund 118 Hektar Weinberge dokumentiert, um 1990 wurden noch etwa zwei Hektar bewirtschaftet. Der Oberrot wurde wieder mit Reben bepflanzt, während große Teile des Alten Bergs durch mehr als ein Jahrhundert Zementproduktion und Kalksteinabbau verloren gingen.
Kallmuth und seine Böden
Der Kallmuth ist eine über Buntsandstein aufragende Kalksteinformation im Raum Triefenstein-Homburg. Auf den west-, südwest- bis südostexponierten Hängen des Fürstlichen Kallmuths erreichen die steilsten Abschnitte etwa 34 bis 74 Prozent Neigung. Die skelettreichen Böden weisen in tieferen Horizonten Buntsandstein und in flacheren Bereichen Muschelkalk auf. Für die Vegetationsperiode wird ein submediterranes Weinbergsmikroklima mit etwa 280 bis 350 Millimetern Niederschlag beschrieben. Auf den Hängen sind Riesling und Silvaner sowie auf den Terrassen auch Rieslaner dokumentiert.
Terrassen und Kulturlandschaft
Die Terrassen des Kallmuths werden von etwa zwölf Kilometern Trockenmauern durchzogen, die teilweise bis zu fünf Meter hoch sind. Der Weinbau an den steilen Hängen erfordert Handarbeit; von der Mainaue führen bis zum Ende der Rebzeilen bis zu ungefähr 270 Sandsteinstufen. Die Terrassen wurden im späten 18. Jahrhundert mit Stützmauern angelegt und später umfassend mit öffentlicher Unterstützung erneuert. Seit 1981 steht der Kallmuth als Kulturdenkmal unter Schutz.