Lage und Landschaft
Gerlingen liegt am Südrand des Landkreises Ludwigsburg nahe dem Landkreis Böblingen und am Stadtrand von Stuttgart in Baden-Württemberg. Die Stadt erstreckt sich vom Strohgäu und Neckarbecken im Norden über eine Hangzone bis zum Glemswaldhochland im Süden. Das Gelände reicht von etwa 305 Metern über dem Meeresspiegel bei Unterhausen bis zu 525 Metern am Wasserturm auf der Schillerhöhe; das Rathaus liegt auf ungefähr 338 Metern.
Weinbau am Bopser
Der Gerlinger Bopser liegt an einem steilen Hang oberhalb des Tals. Die Weinbergslage umfasst die Teilbereiche Lettlenberg, Rote Halde und Tal und erstreckt sich über etwa sieben Hektar. Die Hangzone zwischen Forchenrain und Bopser ist überwiegend von Weinbergen und Obstwiesen geprägt. Im Teilbereich Rote Halde sind rote Mergel- und Sandsteinschichten dokumentiert.
Rebsorten und Ausbau
In Gerlingen werden rote Rebsorten wie Trollinger, Lemberger, Schwarzriesling, Dornfelder, Zweigelt, Samtrot und Spätburgunder angebaut. Zu den weißen Rebsorten zählen Kerner, Weißburgunder, Riesling, Silvaner und Grauburgunder. Daraus entstehen rote und weiße Weine; außerdem ist der Ausbau in Barriquefässern dokumentiert. Einige Hobbywinzer verarbeiten die Ernte ihrer eigenen Parzellen selbst.
Historische Entwicklung
Das Kloster Hirsau besaß im 12. Jahrhundert etwa einen Hektar Weinberge in Gerlingen; für das Jahr 1399 ist dort eine Weinpresse belegt. 1731 umfassten die Weinberge ungefähr 140 Hektar. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs verringerte sich die Fläche auf etwa 30 Hektar. Historische Aufzeichnungen beschreiben Weinberge vom Forchenrain bis zum Stöckach, die 1832 bis zur Gartenstraße reichten.