Lage und Weinlandschaft
Besigheim liegt am Zusammenfluss von Neckar und Enz in Baden-Württemberg. Die historische Stadt befindet sich auf einem von Flüssen umschlossenen Bergsporn und ist von terrassierten Weinbergen umgeben. Die Weinlagen entlang von Neckar und Enz umfassen steile, nach Süden ausgerichtete Terrassenlagen, darunter Felsengarten und Wurmberg.
Terrassen, Böden und Klima
Die Weinbaulandschaft ist durch historische Terrassen mit Natursteinmauern und Treppen geprägt. Im Felsengarten treten Muschelkalkformationen zutage; in den Steillagen rund um Besigheim und im Neckartal sind Verwitterungsböden aus Muschelkalk dokumentiert. Sonneneinstrahlung, freiliegender Fels und die Trockenmauern begünstigen die Wärmespeicherung. Terrassierte Bereiche im Felsengartenland können dabei bis zu 5 °C wärmer sein als vergleichbare Lagen ohne Steinmauern.
Weinbau und Rebsorten
An den steilen Hängen von Neckar und Enz wird nach Angaben der Stadt seit etwa tausend Jahren Wein angebaut. Der arbeitsintensive Terrassenweinbau umfasst eine selektive Handlese aus stark ertragsreduzierten Terrassen. Trockenmauern gelten in den baden-württembergischen Steillagen als gesetzlich geschützte Biotope und müssen erhalten werden. Im Felsengartenland sind unter anderem Trollinger, Lemberger, Riesling, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot, Shiraz und Chardonnay dokumentiert. Besigheim gehört zum Weinbaugebiet Württemberg, das besonders mit Trollinger und Lemberger verbunden ist.
Historischer und rechtlicher Rahmen
Besigheim wurde erstmals 1153 urkundlich erwähnt. Nach Angaben der Stadt sind die meisten örtlichen Weinbauern Mitglied der Felsengartenkellerei Besigheim. Für Weine aus dem Gebiet gelten die deutschen Weinregelungen: Die Bezeichnungen „Steillage“ und „Steillagenwein“ setzen Trauben aus Parzellen mit mindestens 30 Prozent Hangneigung voraus. „Terrassenlage“ und „Terrassenlagenwein“ beziehen sich auf entsprechend terrassierte oder strukturell unterbrochene Hänge nach den geltenden Mindestanforderungen.