Lage und Terrassenlandschaft
Winningen liegt an der Untermosel am linken Moselufer auf etwa 79 Metern Höhe, nahe Koblenz im unteren Moseltal, das auch als Terrassenmosel bezeichnet wird. Die geschützte Tallage und die steilen Weinbergshänge schaffen günstige Bedingungen für den Weinbau. Schieferterrassen speichern die Sonnenwärme und geben sie nach Sonnenuntergang wieder ab.
Die Weinberge erstrecken sich über schmale, steile Terrassen. In den Lagen Uhlen, Hamm, Röttgen und Brückstück liegen bis zu 29 Terrassen übereinander. Rund 30 Kilometer Trockenmauern prägen die Landschaft und stehen als historische Denkmäler unter Schutz.
Weinlagen und Böden
Die Mosel bildet bei Hamm eine ausgeprägte Flussschleife; Hamm und Uhlen zählen zu den ähnlich steilen Lagen. Brückstück weist devonischen Schiefer, Bimsablagerungen im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Laacher Sees sowie Basalt auf. Im Domgarten treffen Quarzit, Löss, Bims und sandiger Schiefer aufeinander.
Hamm ist von feinblättrigem, tonreichem Schiefer geprägt, während Röttgen eine dünne Decke aus sandigem Schiefer mit Quarzitadern und eingetragenem Löss besitzt. Der Uhlen gliedert sich aufgrund unterschiedlicher Schieferformationen in Blaufüsser Lay, Laubach und Roth Lay.
Rebsorte und Weincharakter
Riesling ist die bevorzugte Rebsorte der Terrassenmosel und die wichtigste Rebsorte der steilen Winninger Weinberge. Die Gemeinde beschreibt Brückstück-Weine mit klarer Frucht und harmonischer Mineralität, Hamm mit lebendigen, rassigen Rieslingen und Domgarten mit vollmundigen, kraftvollen Gutsweinen. Röttgen steht für feine, elegante Weine, Uhlen für mineralische und aromatisch vielfältige Weine.
Die aufwendige Arbeit in den Steillagen umfasst die Pflege von Trockenmauern, Treppen und Terrassen. Für die Lage Uhlen sind ausschließlich Riesling, mindestens 7.000 Rebstöcke je Hektar und ein Ertragslimit von 70 Hektolitern je Katastralhektar festgelegt. Vorgesehen sind traditionelle Vinifikation sowie trockene, feinherbe oder edelsüße Geschmacksprofile.
Geschichtlicher Hintergrund
Eine ausgegrabene römische Villa belegt Weinbau in Winningen bereits im 4. Jahrhundert. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 871, als König Ludwig II. eine Schenkung von Weinbergen bestätigte. Im Mittelalter gehörten Weinberge unter anderem den Domkapiteln von Aachen und Köln sowie weiteren Klöstern und geistlichen Einrichtungen.
Um 1330 wurde am heutigen Standort der Lage Brückstück Basalt für den Bau der Koblenzer Balduinbrücke abgebaut.