Lage und Landschaft
Mandel ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz und gehört zur Verbandsgemeinde Rüdesheim. Die Gemeinde liegt im Naheland südlich des Hunsrücks, etwa fünf Kilometer von Bad Kreuznach entfernt, und umfasst rund 6,3 km². Weinberge, Wiesen und Wald prägen die Landschaft in einer Höhenlage von ungefähr 200 Metern.
Klima und Weinlagen
Das Weinbaugebiet Nahe ist mild und vergleichsweise trocken. Hunsrück und Soonwald schützen vor kalten Winden; die Ausrichtung und geschützte Lagen können zudem wärmere Kleinklimate in den Weinbergen begünstigen. Im amtlichen Weinlagenverzeichnis sind die Alte Römerstraße mit 34,2 Hektar, das Dellchen mit 25,2 Hektar, der Palmengarten mit 75,8 Hektar und der Schloßberg mit 62,3 Hektar als Einzellagen in der Gemarkung Mandel verzeichnet. Der Schloßberg ist gemarkungsübergreifend; weitere 1,6 Hektar liegen in der Gemarkung Sponheim.
Böden und Reben
Die Alte Römerstraße weist kiesigen Lehm über Sand auf und liegt auf etwa 220 bis 245 Metern Höhe; die Böden werden dem Pleistozän zugeordnet. Im Dellchen finden sich aus Sandstein entstandene Böden über Sandstein und Rotliegend aus dem Perm. Der Palmengarten besteht aus Lehm und Kies mit Sand, Schluff und Ton. Sein Bereich Balzenberg liegt auf etwa 230 Metern und erreicht Hangneigungen von rund 40 Prozent; dort ist Scheurebe dokumentiert. Der nach Süden ausgerichtete Schloßberg weist lehmigen Sand und sandige Böden über Rotliegend auf und hat Neigungen von etwa 25 bis 45 Prozent. Im Dellchen sind Riesling, Spätburgunder und Muskateller dokumentiert.
Geschichte
Mandel wurde 962 erstmals als Mannendal erwähnt und kam später mit der Familie Koppenstein in Verbindung. Deren Renaissance-Jagdschloss in Mandel entstand 1624. Im Bereich des Palmengartens ist außerdem ein aus Ziegeln errichtetes Belvedere aus dem späten 19. Jahrhundert dokumentiert. In der Nähe einer Quelle betrieb eine Genossenschaft ab 1937 eine Anlage zur Herstellung von Spritzbrühen für die Anwendung in den Weinbergen.