Geschichte und Standort
Das Weingut Van Volxem liegt im historischen Zentrum von Wiltingen an der Saar im Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer. Der Standort ist mit einem römischen Villenkomplex verbunden; nach Angaben des Weinguts wurden die Weinberge bereits im 3. Jahrhundert von den Römern angelegt. Im 11. Jahrhundert wurden sie von Mönchen wiederentdeckt und bewirtschaftet, im 17. Jahrhundert als Klosterweingut vom Jesuitenorden geführt. Nach der Französischen Revolution wurde das Anwesen säkularisiert und gelangte in den Besitz des Brauers Gustav van Volxem. Roman Niewodniczanski übernahm das Weingut im Jahr 2000 und stellte die Weinbergsflächen wieder her und erweiterte sie.
Lagen und Weinberge
Van Volxem bewirtschaftet steile Weinbergslagen an der Saar, darunter Wiltinger Gottesfuß, Scharzhofberger, Bockstein, Geisberg, Goldberg und Altenberg. Die überwiegend nach Süden ausgerichteten Steillagen bieten Wärme, die für die Entwicklung des Rieslingaromas beschrieben wird. Die Weinberge stehen auf Devon-Schiefer; dokumentiert sind zudem Bereiche mit Rhyolith beziehungsweise vulkanischem Quarzporphyr sowie sandige und kalkhaltige Anteile in den Weißburgunderflächen. Die zum Weingut gehörende Lage Volz in Wiltingen weist eine Süd- bis Süd-Südwest-Ausrichtung, 200 bis 250 Meter Höhe und ein Gefälle von 42 bis 55 Prozent auf.
Rebsorten und Bewirtschaftung
Der VDP führt das Weingut mit 85 Hektar Rebfläche. Die Bepflanzung besteht zu 95 Prozent aus Riesling und zu 5 Prozent aus Weißburgunder. Das durchschnittliche Rebalter beträgt etwa 35 Jahre; im Wiltinger Gottesfuß stehen 130 Jahre alte, wurzelechte Rieslingreben. Nach Angaben des Weinguts sind die meisten Reben genetisch wurzelecht. Die Arbeit in den Steillagen erfolgt von Hand. Eine umweltfreundliche Bewirtschaftung, traditionelle Rebsorten und reduzierte Erträge gehören zum beschriebenen Anbauansatz.
Weinbereitung und Stil
Die Weine sind überwiegend trocken und werden mit moderatem Alkohol, reifer Säure, dichter Struktur und Reifepotenzial beschrieben. Sie sollen die einzelnen Saarlagen und deren Schieferböden ausdrücken. Die Vergärung erfolgt mit wilden Hefen und ohne Schönungsmittel. Das neue Weingut ist auf die Verarbeitung im Schwerkraftverfahren ausgelegt. Saarweine reifen in großen Holzfässern; ausgewählte Jahrgänge und Weine aus Spitzenlagen lagern zusätzlich mehrere Jahre im Raritätenkeller. Niedrige Erträge, strenge Selektion, Spontangärung und längere Reife zählen zu den genannten Elementen der Produktion. Die klassifizierten Lagen sind im VDP als VDP.GROSSE LAGE® ausgewiesen.