Lage an der Mainschleife
Nordheim am Main liegt auf einer von Main und Altmain umgebenen Maininsel in Franken. Die Weinbaufläche umfasst etwa 450 Hektar; die Gemeinde bezeichnet Nordheim als Frankens größte Weinbaugemeinde. Das Klima an der Mainschleife eignet sich für traditionelle fränkische Rebsorten ebenso wie für neue Sorten und rote Trauben.
Weinlage Nordheimer Vögelein
Das Nordheimer Vögelein gehört zu den bedeutenden Weinlagen der Gemeinde und zieht sich bogenförmig am Altmain entlang. Die Insel ist von sanft welligem Gelände geprägt. Die Lage ist südwestlich bis westlich ausgerichtet, liegt auf 200 bis 270 Metern Höhe und weist eine Hangneigung von 10 bis 20 Prozent auf. Zu den dokumentierten Böden zählen Tonmergel-Verwitterungsmaterial, Flugsande, Terrassensande und Muschelkalk.
Rebsorten und Ausbau
In Nordheims Weinbergen überwiegen Silvaner und Müller-Thurgau. Für das Nordheimer Vögelein sind außerdem Riesling, Weißer Burgunder, Scheurebe, Traminer und Rieslaner als klassifizierte Rebsorten aufgeführt. Der VDP stuft die Lage als VDP.ERSTE LAGE® ein; die klassifizierte Fläche beträgt 105 Hektar. Diese Einstufung ist eine VDP-Klassifikation und keine Aussage über eine gesetzliche deutsche Weinbergklassifikation.
Weine aus den Nordheimer Muschelkalklagen werden traditionell als Ortswein in Edelstahltanks ausgebaut und mit feinem mineralischem Charakter beschrieben. Für Rotweine sind Maischegärung und eine anschließende Reifung in großen Holzfässern eines Gewölbekellers dokumentiert.
Historische Weintradition
Die dokumentierte Weinbaugeschichte Nordheims reicht bis ins Jahr 892 zurück, als Weinberge an die Abtei Münsterschwarzach geschenkt wurden. Am 21. April 918 bestätigte König Konrad I. den Besitz von zwei Weinbergen in Nordheim. Im Zehnthof entstand 1764 ein Weinkeller mit einer angegebenen Lagerkapazität von etwa 6.100 Hektolitern.