Lage und Landschaft
Graitschen bei Bürgel ist eine Gemeinde im Saale-Holzland-Kreis in Thüringen und liegt im Gleistal der Region Saale-Unstrut. Die Siedlung befindet sich am Fuß des Alten Gleisbergs. Das Umfeld ist durch erhöhte Muschelkalkhänge und Talflächen geprägt.
Geologie und Geschichte
Nördlich von Graitschen und am Alten Gleisberg gehen die geologischen Schichten in Formationen des Unteren Muschelkalks über. Ein dokumentierter geologischer Aufschluss enthält triassischen Chirotheriensandstein und Gipsablagerungen.
Graitschen wurde erstmals um 1146 urkundlich erwähnt. Archäologische Untersuchungen am Alten Gleisberg und in seiner Umgebung belegen Spuren aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit.
Weinbau im Gleistal
Der Weinbau im Gleistal ist seit dem Mittelalter belegt; für Graitschen stammt der älteste dokumentierte Hinweis auf Weinbau aus dem Jahr 1285. Das Kloster Bürgel in Thalbürgel und das örtliche Rittergut besaßen historisch Weinberge im Graitschener Bezirk. Im 15. und 16. Jahrhundert erreichte der Weinbau eine dokumentierte Blütezeit.
Ein herrschaftliches Kelterhaus in Graitschen wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Nach den Kriegen gingen die Rebflächen zurück; Reblaus, Weinimporte und konkurrierende Nutzpflanzen verstärkten den Niedergang. Die letzte örtliche Ernte wird um 1910 berichtet.
Kleiner Weinberg
Seit 1988 bewirtschaftet die Familie Ratz einen kleinen Weinberg mit etwa 170 Müller-Thurgau-Reben auf rund 400 Quadratmetern. Der historische Wein aus der Gegend ist als Graitschener Landwein dokumentiert.