Lage am Rhein
Nackenheim ist eine Weinbaugemeinde in Rheinhessen zwischen dem Rhein und den Weinbergshügeln Rheinhessens. Der Rhein fließt unterhalb des Nackenheimer Rothenbergs; auf der Nackenheimer Seite des Flusses liegt die Insel Kisselwörth. Der Rothenberg ist die nördlichste und eine der steilsten Lagen des Roten Hangs und grenzt unmittelbar an die Gemeinde.
Weinlagen und Böden
Der Nackenheimer Rothenberg ist durch flach- bis mitteltiefe, steinige, tonige und kalkreiche Rotliegend- beziehungsweise Rigosolböden geprägt. Die Ablagerungen bestehen aus kalkhaltigem Ton und Feinsand. Der Rote Hang weist zudem roten, eisenhaltigen Tonschiefer aus der Rotliegend-Formation auf.
Der Nackenheimer Engelsberg besitzt kalkhaltige Böden des oberen Rotliegend sowie roten Tonschiefer aus dem Perm. Der Nackenheimer Schmitts-Kapellchen ist von tiefgründigen, fruchtbaren und kalkhaltigen Lehmauflagen mit guter Wasserspeicherfähigkeit geprägt.
Rebsorten und Weinstil
Am Nackenheimer Rothenberg wird vor allem Riesling angebaut, daneben Silvaner. Die Weine werden mit lebendiger Säure, mineralischen Komponenten sowie Aromen von Pfirsich, Aprikose und Honigmelone beschrieben. In ihrer Jugend können sie verschlossen sein und eine lange Entwicklung zeigen. Für den Engelsberg sind Riesling, Silvaner und Spätburgunder klassifiziert; die Lage ist als VDP.ERSTE LAGE® mit 52 Hektar eingestuft. Die Weine aus dem Schmitts-Kapellchen gelten als fruchtig, schlank, erfrischend und mäßig säurebetont, mit Noten von Apfel, Pfirsich, Birne und Zitrusfrüchten.
Geschichte des Weinbaus
Nackenheim wurde 772 erstmals urkundlich erwähnt. In einer Schenkungsurkunde sind vier Weinberge für das Kloster Lorsch festgehalten. Der Nackenheimer Rothenberg ist 1364 unter der Bezeichnung „in dem Rode“ dokumentiert. Der Name Schmitts-Kapellchen geht auf einen Bildstock zurück, der von der Familie Schmitt oder von Schmittburg gestiftet wurde.