Geografische Lage
Bad Ems liegt im Tal der Lahn in Rheinland-Pfalz, flussaufwärts der Mündung in den Rhein bei Lahnstein und damit im Anbaugebiet
Mittelrhein. Die Stadt ist von den Hängen des Rheinischen Schiefergebirges (Taunus/Westerwald) umgeben. Die Weinberge liegen an steilen bis stark geneigten Talflanken mit überwiegend devonischem Schiefer, teils Grauwacke und Quarzit, die Wärme speichern und Wasser gut abführen.
Klima und Einfluss auf den Weinbau
Das Klima ist gemäßigt-kühl mit vergleichsweise langer Vegetationsperiode. Die Lahn wirkt temperaturausgleichend, und windgeschützte Hanglagen fördern die Ausreife. Die Kombination aus kühlem Klima und wärmespeichernden Schieferböden führt zu langsamer Traubenreife, ausgeprägter, meist animierender Säure und klarer Aromenentwicklung. In günstigen Jahren sind reife Mostgewichte möglich; in kühleren Jahrgängen stehen Leichtigkeit und Frische im Vordergrund.
Rebsorten und Stilistik
Im Mittelrhein und damit auch im Lahntal um Bad Ems dominiert Riesling. Daneben sind in kleinerem Umfang Müller-Thurgau, Kerner sowie Burgundersorten (v. a. Spätburgunder, zudem Weiß- und Grauburgunder) verbreitet. Wo zuverlässig einzuordnen, zeigen die Weißweine ein straffes Säuregerüst, zitronig–steinig bis kernig-fruchtige Aromatik und eine schlanke bis mittelkräftige Struktur; Schieferböden können eine mineralisch anmutende Prägung begünstigen. Spätburgunder fällt meist leicht bis mittelgewichtig mit rotbeeriger Frucht aus. Die genaue Ausprägung variiert nach Lage, Jahrgang und Ausbau.
Historisches
Bad Ems ist seit dem 17.–19. Jahrhundert als Kur- und späteres Kaiserbad historisch bedeutsam; 1870 wurde hier die Emser Depesche veröffentlicht. Weinbau an der Lahn ist seit dem Mittelalter belegt, erlebte im 20. Jahrhundert einen Rückgang und wird heute in ausgewählten Lagen wieder betrieben.
Weinlagen